Zeitgenössischer hellbrauner, teilweise nachgedunkelter Halblederband mit Streicheisenlinien (Rechteck mit Streifenrahmen) und Einzelstempeln über Holz; eine Mittelschließe; auf der Vorderseite ovaler Stempel (4,5 x 3,5) mit Wappen.
Äußere und innere Doppelblätter der Lagen überwiegend Pergament, ferner die Schaltblätter 36, 48, 61, 86, 100 – 103, 108; Schaltblätter 10, 51 quer, Schaltblatt 152 schräg zur Schriftrichtung des Bandes eingeheftet. - Zahlreiche Blätter mit überstehender Breite (etwa 9,5–10) durch Einfaltung des seitlichen Außenrandes auf Buchformat verkleinert; Bl. 147, 163, 166, 169 ausklappbare Doppelblätter (Breite 15,5–17,5); Bl. 44 (13 x 10) lose eingelegt. - Wasserzeichen nicht ermittelbar. - Lagen: (VI–2)8 + (VII+1)23 + V33 + (V+8)51 + (X+1)72 + VI84 + (IX+7)109 + 2 VI133 + (VII+2)148 + (VI+3)163 + (VIII+4)183 + (VI+1)196 + (XII+1)221 + VIII236 + V246 + (IV–1)253. - Neuzeitliche Foliierung oben links: 1, 1a, 2 – 143, 143a, 144 – 233, 233a, 234 – 253; ungezähltes Vorsatzblatt Bestandteil der ersten Lage. - 12v Wörter in hebräischer Schrift (Jom, Scha, Rega). - 11r, 224r rubriziert. - Lombarden nicht ausgeführt. - Im Text fortlaufend geometrische Federzeichnungen; streckenweise Leerräume von wenigen Zeilen bis zu mehreren Seiten zwischen den Textabschnitten zur Aufnahme weiterer Zeichnungen und Glossen.
Schaltblätter 91, 152 aus Makulatur: verwendet ist ein Brief in deutscher Sprache, mit Faltungsspuren; Absender (91v): Johannes Sampach ex Budeßheym [14]xcviii°, wohl Büdesheim, Dorf und Wirtschaftshof nordöstlich von Bad Vilbel bei Frankfurt; Anschrift (152r): Venerabili domino Conrado Steube amico suo dulcissimo; betrifft Geldbetrag zum Unterhalt eines Knaben; Konrad Steube, Dr. theol., Schulrektor und Burgpfarrer in Friedberg nördlich von Frankfurt, stand in enger Verbindung mit Konrad Landvogt aus Münzenberg südöstlich von Gießen, der ihm seine „Cabbala algebraica“ (Uppsala UB C 652, C 656) widmete; vgl. M. Folkerts, Conrad Landvogt, S. 237, 242, 244–246, 259; Powitz, S. 176f. - Bl. 10 gefalteter Brief (um 1500) von Landvogts Hand an Johannes Bellersheim; ein Johannes Beldersheym de Mynczenberg ist 1464 in Erfurt immatrikuliert; vgl. Weissenborn S. 301, Sp. 1 Z. 37. – Zu Konrad Landvogt, immatrikuliert in Erfurt 1468, Baccalaureus Sommer 1470, vgl. Weissenborn S. 327, Sp. 1 Z. 16, Schwinges/Wriedt, S. 161 Nr. 3, Folkerts, Conrad Landvogt, S. 229–259, bes. S. 235–238 und Powitz; 1489 ist er als kaiserlicher Notar, 1490 und 1506 als Altarist des St. Georg-Altars in der Pfarrkirche zu Münzenberg urkundlich bezeugt sowie 1523 als verstorben erwähnt; vgl. F. Herrmann, Inventare der evangelischen Pfarrarchive im Freistaat Hessen, (Inventare der nichtstaatlichen Archive im Freistaat Hessen 1), Darmstadt 1920, S. 335–337. Das Altaristenamt hatte Landvogt von 1462 – 1517 inne; vgl. F. Hess, Die kirchliche Entwicklung der Gemeinherrschaft Münzenberg bis zur Durchführung der Reformation (12. – 16. Jahrhundert), in: Beiträge zur hessischen Kirchengeschichte 10 (1935), S. 14; zur Pfarrkirche Münzenberg und ihren Altären vgl. D. Wolf, Zur Geschichte der Stadt Münzenberg im Mittelalter, in: P. Müller / U. Müller, Münzenberg – Heimat im Schatten der Burg. 750 Jahre Stadtrechte Münzenberg 1245 – 1995, Münzenberg 1995, S. 111–115 (bes. S. 113–114). – Aus Landvogts Besitz (1488) die Inkunabel Frankfurt/Main UB Inc. fol. 324 (Alfonsus de Spina: Fortalitium fidei, Nürnberg 1485; GW 1576) mit eigenhändigen Besitzeinträgen und Annotationen. Möglicherweise verfasste Landvogt Ergänzungen zum dreizehnten und vierzehnten Buch des Euklid; s. u. 198r und 224r (hier namentlich erwähnt); allerdings interpretiert Folkerts, Conrad Landvogt, S. 244 mit Anm. 65 die Namenseinträge C. Landtfoidt bzw. C: l in der Parallelhandschrift Uppsala UB C 657, 136r bzw. 157r als eigenhändige Besitzvermerke; der Katalog Uppsala 6, S. 229 vermutet hingegen, Landvogt habe Zusätze zum Text geschrieben. - Auf dem Vorderdeckel Titelaufschrift (16. Jh.): Elementa Euclid: · auf dem Rücken Papierschild mit Titelaufschrift (unter Quarzlicht lesbar): Euclides Mscrpt. · Ir (18. Jh.): Nr. 4798 (auch auf dem vorderen Spiegel); daneben Besitzvermerk: C. A. Schadenhausen; darunter Zugangsvermerk: Hunc Euclideorum Elementorum Codicem Bibliothecae Academicae Ienensi a Car. A. Schadenhausen, V. Cl. Hamburgensi, Med. D. impetravit Henr. Car. Abr. Eichstädt Bibl. acad. Praefectus d. 1 Sept. 1804; Heinrich Carl Abraham Eichstädt, Professor für Eloquenz und Poesie und 1804 – 1817 Bibliothekar in Jena; vgl. ADB 5, S. 742–743. - 1r–v Notate zu Inhalt und Datierung der Handschrift (18. Jh.).