Digitale Edition der Korrespondenz Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732)

Einleitung

Die digitale Edition der Korrespondenz Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732) erschließt die Briefe einer kleinstaatlichen Regentin um 1700. Als open-access-Angebot macht sie die historische Vielfalt Thüringens, die nicht nur männlich, ernestinisch und lutherisch-orthodox, sondern auch weiblich, reußisch und pietistisch war, für ein breites Publikum sichtbar. Im wissenschaftlichen Kontext besitzen die edierten Briefe eine fächerübergreifende Relevanz. Sie berühren die geschlechtergeschichtlich akzentuierte Frage nach der Ausgestaltung weiblicher Regentschaft ebenso wie das religionsgeschichtliche Interesse an der Ausgestaltung pietistischer Frömmigkeit. In sprachgeschichtlicher Hinsicht nimmt die Korrespondenz Erdmuthe Benignas Bezug auf die Diskussion um Religion als weiblichen Handlungsraum. Zugleich versteht sich die Edition als ein Beitrag zur Erprobung und Weiterentwicklung der Digital Humanities im Allgemeinen und der digitalen Editorik im Besonderen.

Work in Progress!

Die vorliegende Edition ist noch nicht abgeschlossen und daher eingeschränkt zitierfähig. Zitierfähig als Ganze wird die Edition erst nach dem Entfernen des WORK-IN-PROGRESS-Hinweises. Volltextlich transkribiert, annotiert, kommentiert und indexiert sind derzeit (Februar 2017) 66 Briefe Erdmuthe Benignas an Heinrich XXIV., die im Landesarchiv Thüringen - Staatsarchiv Greiz auffindbar waren. Sie sind in Form einer synoptischen Faksimile-Transkriptionsansicht über den Reiter „Digitaler Bestand“ einsehbar. Wenngleich diese Briefe die abschließende Korrekturphase bereits durchlaufen haben, sind kleinere Änderungen auch hier nicht auszuschließen. In der XML-Darstellung finden sich daher auch vorläufige Notizen mit Werkstattcharakter. In diesem Moment wird die Edition lediglich in UrMEL (unter „Projekte“) und Collections (unter „Sammlungen/Nachlässe“), aber noch nicht im OPAC der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek nachgewiesen. Die digitalen Faksimiles der Briefe und zahlreicher weiterer Dokumente der Vormundschaftszeit der Gräfin sind ferner im digitalen Repositorium des Staatsarchivs Greiz innerhalb des Digitalen Archivs des Landesarchivs Thüringen zu finden.

Zitationsvorschlag

Die Edition als Ganzes: Prell, Martin u. Schmidt-Funke, Julia (Hg.): Digitale Edition der Korrespondenz Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732). Jena 2017 [Work in Progress]. URL: http://erdmuthe.thulb.uni-jena.de . Einzelne Briefe der Edition: [Verfasser/in] an [Adressat/in], [Ort], [Datum] ([ermitteltes Datum]), fol. [Blattnummer]. Brief-URL [bzw. -URN]: [...] (Zugriff: [Datum des letzten Zugriffs]. In: Martin Prell u. Julia Schmidt-Funke (Hg.): Digitale Edition der Korrespondenz Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732). Jena 2017 [Work in Progress]. URL: http://erdmuthe.thulb.uni-jena.de . Beispiel: Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf an Heinrich XXIV. von Reuß-Schleiz zu Köstritz, Gera, 17. November 1712 und Ebersdorf, Dezember 1712, fol. 56r-60v. Brief-URL: https://archive.thulb.uni-jena.de/hisbest/receive/HisBest_cbu_00030882 [Brief-URN: http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:urmel-35c6148e-3d42-4b26-a4a0-0bb8da46018d6 ] (Zugriff: 28.02.2017). In: Martin Prell u. Julia Schmidt-Funke (Hg.): Digitale Edition der Korrespondenz Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732). Jena 2017 [Work in Progress]. URL: http://erdmuthe.thulb.uni-jena.de . Jeder Brief besitzt eine eigene Objektnummer. Diese ist als Teil der URL am Ende des Hyperlinks eines Briefes innerhalb von „Collections“ zu finden. Zahlreiche Briefe besitzen zudem bereits persistente Identifizierer (URN). Sie befinden sich jeweils am Ende der Übersichtstabelle eines Briefes.

Projektgeschichte

Das Editionsprojekt basiert im Kern auf einem Quellenbestand, der zwischen 1995 und 1998 in einem von Prof. Dr. Heide Wunder geleiteten und von der Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsprojekt "Konfession, Religiosität und politisches Handeln von Frauen vom ausgehenden 16. bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts" an der Universität Kassel zusammengestellt und teilweise transkribiert wurde. Unser großer Dank gilt Frau Prof. Dr. Heide Wunder, dass sie uns die Unterlagen des von ihr geleiteten Projekts zur Verfügung stellte. Der im Volkswagen-Projekt erstmals bearbeitete Bestand wurde für die Erstellung der digitalen Edition nochmals im Original gesichtet, auf der Grundlage weiterer Archivrecherchen durch zusätzliches Brief- und Quellenmaterial ergänzt und für die Digitalisierung in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) vorbereitet (Reinigung, Foliierung etc.). Da sich ein Großteil der edierten Briefe im Privatbesitz befindet, der im Staatsarchiv Greiz aufbewahrt wird, war es zudem notwendig, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Digitalisierung und Webpräsentation der Briefe zu schaffen. Deshalb sei an dieser Stelle Heinrich XIV. Fürst Reuß noch einmal recht herzlich für dessen Veröffentlichungsgenehmigung gedankt. Parallel dazu war es erforderlich, sich innerhalb der sehr lebendigen und umfangreichen Editionslandschaft einen Überblick über die aktuellen Diskussionen und technischen Realisierungsmöglichkeiten digitaler Editionen zu verschaffen, unter anderem durch Workshops und Tagungen. Die ThULB mit ihrer digitalen Infrastruktur stellte sich hierbei als der geeignetste Kooperationspartner heraus. In der Folge übernahm sie nicht allein die hochauflösende Digitalisierung der Briefe und die langzeitverfügbare Speicherung und Zitierbarkeit der Digitalisate sowie der dazugehörigen Meta- und Forschungsdaten. Auch sorgt sie durch die Verwendung von Metadatenstandards (Dublin Core, METS/MODS) für deren zukünftige Recherchierbarkeit sowohl im ThULB-OPAC als auch in regional übergreifenden Katalogverbünden wie dem GBV sowie in Datenbanken wie der zentralen Nachlassdatenbank Kalliope. Auch die vorliegende Projekthomepage wird von der ThULB gehostet. Für die hervorragende Zusammenarbeit danken wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ThULB ausdrücklich. unable to handle picture here, no embed or link Archivdirektor Hagen Rüster (2. v.l.) übergibt die Korrespondenz und weitere Akten des Greizer Staatsarchivs aus der Vormundschaftszeit Erdmuthes an Frank Schieferdecker (l.), Leiter der Restaurierungswerkstatt der ThULB, und Fachreferentin Angela Hammer zur Digitalisierung . Im Hintergrund (v.l.n.r.): Projektmitarbeiter Martin Prell, Projektleiterin Dr. Julia Schmidt-Funke und Sachgebietsleiterin Petra Kunze (Foto: Anne Seele, ThULB) https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image1.png Nach Speicherung der historischen Quellen im Repositorium des Staatsarchivs Greiz wurden ausgewählte Akten feingranularer strukturiert und ein Kernbestand (Briefe und weitere zentrale Dokumente) nach Collections, dem digitalen Portal der ThULB für historische Bestände, überführt. Dort erfolgte auch die Anreicherung mit Metadaten und die Faksimile-Transkriptions-Verknüpfung. Parallel dazu fanden die Entwicklung eines projektspezifischen TEI-konformen XML-Tagsets, die Transkription, Auszeichnung, Annotation, Kommentierung und Indexierung der Briefe im XML-Format (Software: oXygen XML Editor) sowie die Erstellung des XSL-Stylesheets statt. Nach Erstellung der Projekthomepage und aller dafür notwendigen Inhalte wurden die Transkriptionen eingespielt und die Edition damit vervollständigt. Die vorliegende Edition wurde im Rahmen verschiedener Kolloquien, Tagungen und Workshops dem Fachpublikum vorgestellt. Editorische und technische Aspekte standen insbesondere in den Präsentationen in Weimar (Oktober 2015.), Halle (September 2015), Wolfenbüttel (November 2015) und Jena (Dezember 2015) im Vordergrund. Darüber hinaus wurden die Briefe auf einer Tagung in Halle (Oktober 2015) sowie in Ebersdorf (November 2015) auch inhaltlich unter den Thematiken Gender, Pietismus und Adel präsentiert.

Digital-Humanities-Netzwerk

Aus Gründen der Projektvernetzung und Erhöhung ihrer Sichtbarkeit waren die Editoren während der Projektlaufzeit zudem maßgeblich an der Initiierung und dem Aufbau eines sowohl jena- als auch thüringenweiten Netzwerks von Personen, Projekten und Institutionen beteiligt, die im Bereich der Digital Humanities arbeiten ( Dhnet Jena ). Dies umfasste und umfasst noch immer insbesondere die Organisation und Durchführung von Beratungen und Veranstaltungen des Netzwerks sowie dessen Präsentation nach außen. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image2.png Im Juni 2015 organisierten die Projektbeteiligten zusammen mit Dr. Hendrikje Carius (Forschungsbibliothek Gotha sowie Netzwerk für digitale Geisteswissenschaften an der Universität Erfurt) ein erstes thüringenweites Treffen von Forschenden aus dem Bereich Thüringer Digital-Humanities-Projekte in Erfurt. Zudem haben die Editoren gemeinsam mit Frau Carius im November einen sehr erfolgreichen, dreitägigen Editionenworkshop veranstaltet, der sowohl der Begutachtung existierender editorischer Infrastrukturen, Softwarelösungen und laufender Editionsprojekte diente als auch der deutschlandweiten Vernetzung ( Tagungsprogramm ).

Die Quellen

Aus der Zeit der Regent- und Witwenschaft Erdmuthe Benignas haben sich im Thüringer Staatsarchiv Greiz und im Unitätsarchiv Herrnhut rund 170 Briefe von ihrer Hand erhalten. Empfänger der Briefe waren Heinrich XXIV. von Reuß-Köstritz (1681-1748) und dessen Frau Marie Eleonore von Promnitz (1688-1776) sowie die Tochter Erdmuthe Dorothea (1700-1756) und deren Mann Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Pottendorf (1700-1760). Weitere Briefe Erdmuthe Benignas liegen wahrscheinlich im Gräflichen Archiv Solms-Laubach. Die vollständige editorische Aufbereitung beschränkte sich für die zweijährige Projektlaufzeit auf die 66 Briefe von Erdmuthe Benigna an Heinrich XXIV., die im Staatsarchiv Greiz aufbewahrt werden. Da das Hausarchiv der jüngeren Linie Reuß Ende des Zweiten Weltkrieges überwiegend verbrannte, kommt diesem Quellenbestand als einem der wenigen Reste große Bedeutung zu. Darüber hinaus sind bereits weitere Briefe mit Metadaten und digitalen Faksimiles versehen. Dazu gehören beispielsweise die Briefe Erdmuthes an Marie Eleonore von Reuß-Köstritz und Sophie Elisabeth von Reuß-Untergreiz sowie die wenigen Gegenbriefe Heinrichs XXIV., die lediglich in Abschrift vorhanden sind. Deren Volltexte werden im Laufe der Zeit sukzessive eingespielt. Auch weitere Dokumente der Vormundschaftszeit, die die Briefe kontextualisieren, wie bspw. die amtliche Korrespondenz der Ebersdorfer Vormundschaft, Protokolle, Gutachten, Verträge, Verordnungen, Notizen, Vereinbarungen, Kartenmaterial und zahlreiche weitere Briefe anderer Personen können als Digitalisat bereits eingesehen werden. Alle während des Projektes digitalisierten und noch nicht aufbereiteten Dokumente aus der Vormundschafszeit können über das Repositorium des Staatsarchivs Greiz innerhalb des Digitalen Archivs des Landesarchivs Thüringen betrachtet werden. Die inhaltliche Erschließung dieses Quellenmaterials und die Erweiterung der Edition um Bestände weiterer Archive können aber erst in einer weiteren Förderphase realisiert werden.

Charakteristika der Briefe Erdmuthe Benignas

Die besondere Bedeutung der Briefe besteht vorrangig in zwei Aspekten. Einerseits ist ihr Charakter als ein zentrales Medium zur Herrschaftsausübung bemerkenswert, waren Frauenbriefe im 18. Jahrhundert doch zumeist unpolitischer Natur. Neben der dadurch sichtbaren Selbstdarstellung und -wahrnehmung Erdmuthes als Regentin präsentiert sie sich in ihren Briefen insbesondere auch als überzeugte Pietistin. Andererseits ist quellenkundlich bedeutsam, dass hier Autographen überliefert sind, die über die Art und Weise weiblichen Schreibens in einer Zeitepoche Aufschluss geben, in der Frauen von gelehrter Bildung grundsätzlich ausgeschlossen waren. Letzter Aspekt soll hier näher betrachtet werden, da er ganz praktische Folgen für das Edieren der Briefe hatte. So verzichtete die Schreiberin beispielsweise auf eine Markierung neuer Themen durch die Verwendung von Absätzen und schrieb stattdessen in einer Zeile fort. Teilweise unterstützt nicht einmal die Interpunktion die Identifizierung neuer Gedanken. Nur ganz selten und unregelmäßig sind vergrößerte horizontale Leerräume zu erahnen, die offenbar einen Themenwechsel markieren. Ein weiteres Phänomen ist die sehr willkürliche Verwendung lateinischer Schreibweise von Buchstaben innerhalb der überwiegend kurrent geschriebenen Briefe. So begegnen innerhalb zahlreicher Wörter lateinischer Wiedergabe auch einzelne kurrente Buchstaben, ohne dass eine besondere Absicht ersichtlich ist. Aufgrund des Kontextes dürfte hier zwar eine lateinische Schreibintention unterstellt und von einem Fehler bzw. mangelnder Kenntnis korrekter Schreibweise ausgegangen werden. Zugleich lassen unterschiedliche Schreibungen gleicher Buchstaben und Wörter sogar im selben Satz oder auf derselben Seite eine mangelnde Kenntnis der Schreiberin aber auch fragwürdig erscheinen. Folgendes Beispiel verdeutlicht die unterschiedlichen Schreibweisen von „v“: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image3.png Auch „tz“ erscheint innerhalb lateinischer Schrift einerseits als kurrente Ligatur andererseits in getrennter Schreibweise und sowohl mit kurrentem als auch lateinischem „z“: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image4.png Ein weiteres Spezifikum ist, dass Erdmuthe Benigna knapp mehr als die Hälfte der Briefe an Heinrich XXIV. nicht mit einem vollständigen oder eindeutigen Datum versehen hat. In einem Teil sind nur Wochen- oder Festtage genannt, in anderen fehlt eine Datierung völlig. Eine Datierung oder zumindest zeitliche Eingrenzung der Ausstellung des Briefes musste in diesen Fällen inhaltlich oder mit Hilfe des Präsentationsvermerks vorgenommen werden, den der Adressat zuweilen auf dem Brief notierte: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image5.png Der Datierungszusatz eines Briefes konnte nicht gedeutet werden. Was mit „nicht nach der weiber unachtsamkeit“ gemeint ist, bleibt unklar: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image6.png Der Grund für die oft fehlenden Orts- und Zeitangaben ist nur schwer auszumachen. In einem Brief schreibt Erdmuthe lediglich, dass ihre fehlende Datierung nicht verwunderlich sei, die im Brief Heinrichs XXIV. hingegen bemängelt sie (vgl. den Brief vom Herbst 1717 ). Vermutlich vergaß Erdmuthe neben der meist gebotenen Eile ein Datieren auch deshalb, weil sie manche Briefe über mehrere Tage hinweg schrieb und das abschließende Datieren im Briefkopf dadurch versäumte: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image7.png Für das offenbar nicht unübliche Setzen des Datums nach dem Schreiben des Briefes spricht auch, dass sich in manchen Fällen das Erscheinungsbild der Tinte des Datums von der der Anrede unterscheidet. Das Datieren am Ende des Briefes ist in lediglich einem Fall geschehen. Auch die Unterschrift der Gräfin weicht hier vom sonstigen Gebrauch ab, nutzt sie doch überwiegend die Koseform „Erdmuthe“, während die Unterschrift „Erdmuth Benigna“ zusammen mit ihrem Adelstitel ihr Signum auf offiziellen Dokumenten darstellt: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image8.png Der Schluss der Briefe beinhaltet in der Regel eine Grußformel mit Bestandteilen wie „ich bleibe biß ins grab“ und „ihre treü ergebene aufrichtiche baß und dinerin“ gefolgt von der Unterschrift „Erdmuthe“ oder auch „Erdmuhte“: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image9.png Die zeitliche Verteilung der Briefe während der neunjährigen Vormundschaft ist sehr ungleichmäßig (vgl. den Reiter „Digitaler Bestand“, „Teilbestand nach Datum“). Angesichts der sehr zeit- und arbeitsaufwändigen Vormundschaft und dem zeitlichen Abstand von oft nur wenigen Wochen oder Tagen zwischen zwei Briefen ist davon auszugehen, dass die Korrespondenz der Vormünder ursprünglich deutlich mehr Briefe umfasste, als überliefert sind. Zwar besprachen Erdmuthe Benigna und Heinrich XXIV. viele Angelegenheiten auch persönlich, allerdings waren die Treffen in Köstritz oder Ebersdorf aufgrund der Distanz von ca. 55 Kilometern Luftlinie und der häufigen Reisen des Köstritzer Grafen selten. Die Handschrift Erdmuthe Benignas ist sehr markant. Sie zeichnet sich durch einen sehr weit gezogenen Schreibstil der Buchstaben und Wörter und deren sehr unregelmäßige Form aus. Sie wirkt teilweise hektisch, was in manchen Briefen durch häufige Streichungen, Überschreibungen oder nachträgliche Ergänzungen zusätzlich betont wird. Ein besonderes Wiedererkennungszeichen der Schreiberin ist die Abtrennung von Silben – meist Präfixe – vom Rest des Wortes. Angesichts einer fehlenden systematischen Schreibausbildung ist davon auszugehen, dass Erdmuthe die Wörter so niederschrieb, wie sie sie aussprach. Hierbei folgte sie aber keiner Regelmäßigkeit, sodass identische Wörter auch in unmittelbarer Nachbarschaft sehr unterschiedlich geschrieben sein können. Auch die Interpunktion wurde sehr willkürlich angewendet. Satzpunkte fehlen nahezu gänzlich, Kommata erscheinen manchmal stellvertretend und oft stark abweichend von moderner Interpunktionsregel. Das kann die inhaltliche Aussage zuweilen auch in die Irre führen. Neue Sätze werden auch nicht durch Majuskelgebrauch eingeleitet. Lediglich einzelne Personennamen und die Anrede des Gegenübers mit „Erl.“ werden mit Großbuchstaben begonnen, selbst Feiertage und der Gottesname hingegen nicht. Inhaltlich drückt sich die Schreiberin jedoch überwiegend klar und deutlich aus, weil ihr auch ein barocker, formalisierter und gekünstelt erscheinender Stil fremd ist. Ihre auf eine strenge Form und Sauberkeit verzichtende Schreibweise wirkt daher natürlich, alltäglich und ungezwungen, mit nur wenigen Floskeln und geschraubten Sätzen. Nichtsdestotrotz kannte auch Erdmuthe Benigna die höfische Schreibetikette und Kunst des Komplimentierens und bedient sich dieser auch, wenngleich sehr selten. Gegenüber ihrem engen Vertrauten Heinrich XXIV., den sie überwiegend mit „allerliebster vetter“ oder sogar mit „mein lieber 24ster“ anspricht, konnte sie sich den reduktionistischen Stil durchaus erlauben. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image10.png Dies war auch ein Mittel, um die Last des sehr zeitaufwändigen, zur Herrschaftsausübung aber notwendigen Briefeschreibens, das von Erdmuthe zudem als unzulänglicher Gesprächsersatz empfunden wurde, zu verringern. Für ihren „konfusen Stil“, der sich bspw. in gedanklichen Sprüngen und Wiederholungen ausdrückt, entschuldigt sie sich auch beim Adressaten. Schreibfehler im engeren Sinne, wie beispielsweise die Vertauschung von Buchstaben (z.B. „Secertarius“ statt Secretarius) sind hingegen nur schwer zweifelsfrei auszumachen, da die Orthographie zu Beginn des 18. Jahrhundert noch kaum normiert war. Neben aller scheinbaren Natürlichkeit der Schreibweise bedient sich die Gräfin aber auch gekonnt der frühneuzeitlichen Beamten-/Kanzleibegrifflichkeiten mit lateinischer Provenienz. Damit untermauert sie ihren Anspruch als kompetente Regentin, die im Stande ist, politische Herrschaft auszuüben. Diese Selbstdarstellung ist eine bewusste Gegenstrategie zur defizitären Souveränität, die ihr aufgrund ihres Geschlechtes als Frau, ihrer dynastischen Stellung als Eingeheiratete und ihrer fehlenden Bildung anhaftete. Das gezielte Einsetzen der Beamtensprache durch die Schreiberin kann besonders anschaulich durch die Wiedergabe von Korrekturen in den Briefen dargelegt werden. Wie in folgendem Beispiel zu sehen, wollte die Gräfin zunächst „wolte“ schreiben, entscheid sich schließlich aber doch für „predentirte“ (prätendierte). Es verdeutlicht zugleich eindrücklich den Mehrwert diplomatischer Transkriptionen für die geisteswissenschaftliche Forschung: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image11.png

Die Briefpartner

Biogramm Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf

unable to handle picture here, no embed or link Gemälde Erdmuthe Benignas, das vermutlich um ihre Heirat mit Heinrich X. herum entstanden ist und im Ebersdorfer Schloss hing. © Bildarchiv Foto Marburg (www.fotomarburg.de ) https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image12.png Erdmuthe Benigna wurde am 13. April 1670 im sächsischen Wildenfels als Tochter des frommen Grafenpaares Johann Friedrich I. von Solms (1625-1696) und Benigna von Promnitz (1648-1702) geboren. Sie hatte sechs Geschwister ( Magdalene Wilhelmine, Johann Sigismund, Friedrich Ernst, Luise Bibiane, Carl Otto und Heinrich Wilhelm), von denen vier das Erwachsenenalter erreichten. Johann Friedrich I. und Benigna bezogen um das Jahr 1680 das Schloss Laubach in der Wetterau, rund 70 km nordöstlich von Frankfurt gelegen. Das Leben am Hof und die Erziehung der Kinder waren geprägt von einem pietistischen Geist im Sinne Philipp Jakob Speners (1635-1705), der zwischen 1666 und 1686 als lutherischer Prediger in Frankfurt wirkte. Gräfin Benigna pflegte nicht nur engen Kontakt zu den pietistischen Frankfurter Zirkeln, sondern beförderte die neue Frömmigkeitsbewegung auch am eigenen Hof. So konnte der Laubacher Hofprediger Johann Philipp Marquard (1668-1727) prägenden Einfluss auf die junge Erdmuthe Benigna gewinnen. Noch während ihrer Ebersdorfer Zeit stand sie mit ihm in Kontakt und lud ihn wiederholt in das Ebersdorfer Schloss ein, wo Marquard mehrfach predigte. Am 29. November 1694 heiratete Erdmuthe Benigna in Laubach den ebenfalls pietistisch gesinnten Heinrich X. Reuß (1662-1711), Begründer der Ebersdorfer Linie, der seit etwa 1690 um sie geworben hatte. Nach Fertigstellung des Ebersdorfer Schlosses im Jahr 1696 bezog das Ehepaar seine reußische Residenz. Den höfischen Pietismus Laubacher Art brachte Erdmuthe Benigna dabei mit an den Hof und bestimmte in der Folgezeit dessen religiöses Leben. So wurde Ebersdorf zu einem Sammelpunkt und Zufluchtsort für Pietistinnen und Pietisten unterschiedlichster Couleur. Zeitweilig näherte sich die Gräfin August Hermann Francke (1663-1727) und dem Hallischen Pietismus an, langfristig erfolgte aber eine Hinwendung Ebersdorfs zum Herrnhuter Pietismus, der unter ihrem Sohn zu seiner ganzen Entfaltung kam und bis heute eine prägende Rolle für den Ort spielt. Nach dem Tod ihres Mannes hatte die verwitwete Gräfin von 1711 bis 1720 zunächst gemeinsam mit Heinrich VIII. (1652-1711), danach mit Heinrich XXIV. von Reuß-Schleiz zu Köstritz (1681-1748) und ihrem Bruder Carl Otto zu Solms-Laubach-Utphe (1673-1743) die Vormundschaft für ihren unmündigen Sohn Heinrich XXIX. (1699-1747) inne. Während dieser Zeit entstanden die in dieser Quellenedition herausgegebenen Briefe. Sie geben Aufschluss darüber, wie die Gräfin die Geschicke der Ebersdorfer Herrschaft lenkte und gestaltete. Dabei traf sie teils auf entschiedenen Widerstand innerhalb der reußischen Familie und insbesondere vonseiten der lutherisch-orthodox gesinnten Angehörigen des Hauses Reuß. Auch nach Regierungsantritt ihres Sohnes hatte Erdmuthe Benigna weiterhin wesentlichen Einfluss auf das Leben am Hof. Spannungen gab es vor allem zum Hofprediger Heinrich Schubert (1692-1757), der 1720 aus Halle bestellt worden war. Schubert hatte großen Einfluss auf die Ehefrau Heinrichs XXIX., Sophie Theodore von Castell-Remlingen (1703-1777) und folglich gerieten auch Erdmuthe Benigna und ihre Schwiegertochter aneinander. Im Januar 1732 ereilte Erdmuthe Benigna etwas „Schlaghaftes“, das ab März ihre gesamte linke Seite lähmte. Die bereits seit Ende der 1720er Jahr an Gicht leidende Gräfin starb am Vormittag des 14. September 1732 in Ebersdorf und wurde vier Tage später in der gräflichen Gruft der dortigen Kirche beigesetzt. Die Gräfin brachte während ihres Lebens acht Kinder zur Welt. Diese waren Benigna Marie (1695-1751), Friederike Wilhelmine (1696-1698), Charlotte Luise (1697), Heinrich XXIX., Erdmuth Dorothea (1700-1756), Henriette Bibiane (1702-1745), Sophie Albertine Dorothea (1703-1708) und Ernestine Eleonore (1706-1766). Ihre Tochter Erdmuth Dorothea heiratete am 7. September 1722 den Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf und Pottendorf im Schloss in Ebersdorf. Erdmuthe Benigna hatte nach anfänglichem Widerstand doch noch ihr Einverständnis dazu gegeben (vgl. den Brief Erdmuthes an Heinrich XXIV. vom August 1722 ). Auch nach der Heirat hatte Erdmuthe Benigna weiterhin eine sehr enge Beziehung zu ihrer Tochter in Herrnhut, mit der sie eine intensive Korrespondenz pflegte.

Weiterführende Literatur zu Erdmuthe Benigna

Hans-Walter Erbe: Zinzendorf und der fromme hohe Adel seiner Zeit. Leipzig 1928, 157-171. Wilhelm Jannasch: Erdmuthe Dorothea. Gräfin von Zinzendorf. Geborene Gräfin Reuß zu Plauen. Ihr Leben als Beitrag zur Geschichte des Pietismus und der Brüdergemeine dargestellt. Herrnhut 1915, insb. 13-18. Robert Langer: Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf, geb. von Solms-Laubach (1670-1732). In: Lebensbilder aus der Brüdergemeine. Bd. 2 [Beiheft der Unitas Fratrum 24]. Hg. v. Dietrich Meyer. Herrnhut 2014. Irina Modrow: Frauen im Pietismus. Das Beispiel der Benigna von Solms-Laubach, Hedwig Sophie von Sayn-Wittgenstein-Berleburg und der Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf als Vertreterinnen des frommen hohen Adels im frühen 18. Jahrhundert. In: Individualisierung, Rationalisierung, Säkularisierung. Neue Wege der Religionsgeschichte. Hg. v. Michael Weinzierl. Wien u. München 1997, 186-199. Martin Prell: Selbstentwurf und Herrschaftspraxis. Die Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732). In: Gender – Pietismus – Adel [Hallesche Forschungen]. Hg. v. Ulrike Gleixer, Halle/S. 2017 (in Vorbereitung) .
Heide Wunder: Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Die Regentschaft der Reichsgräfin Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf. In: Politik in verflochtenen Räumen. Festschrift für Marianne Braig. Hg. v. Markus Hochmüller [u.a.]. Berlin 2013, 242-262.

Biogramm Heinrichs XXIV. von Reuß-Schleiz zu Köstritz

https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image13.png unable to handle picture here, no embed or link Bildnis Heinrichs XXIV. Reuß-Köstritz in militärischem Ornat. © Österreichische Nationalbibliothek(http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=4109572) Heinrich XXIV., Begründer der Köstritzer Linie Reuß, wurde am 26. Juli 1681 in Schleiz als Sohn Heinrichs I. von Reuß-Schleiz (1639-1692) und Anna Elisabeth (geb. von Sinzendorf) (1659-1683) geboren. Aufgrund der Einführung der Primogenitur im Jahr 1679/1690 erhielt er als jüngster Sohn einige Lehnsgüter, darunter Köstritz, Hohenleuben und Reichenfels, mit allen Einkünften und Rechten. Die Landeshoheit verblieb jedoch bei seinem Bruder Heinrich XI. (1669-1726), dem Regenten der Herrschaft Reuß-Schleiz. Heinrich XXIV. schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein und besuchte unter anderem die Ritterakademie in Wolfenbüttel. Während seiner Teilnahme an der Belagerung von Landau soll er – möglicherweise erstmals – mit pietistischen Ideen in Berührung gekommen sein. Erst 1704 aber zog er aus seinen militärischen Erfahrungen die Konsequenz, sein Leben in den Dienst Gottes zu stellen und sich mit seiner Ehefrau Marie Eleonore Emilie von Promnitz (1688-1776) in Köstritz niederzulassen. Spätestens seit diesem Jahr stand Heinrich in Kontakt zu August Hermann Francke in Halle. In der Folgezeit entwickelte sich eine tiefe Freundschaft zwischen beiden Männern, und der Köstritzer Graf wurde zu einem der engsten Vertrauten des Halleschen Waisenhausgründers. In Köstritz errichteten Heinrich und Marie Eleonore ein im Reich weithin beachtetes Vorzeigemodell eines frommen Hofes, an den andere Adlige ihre Kinder zur Erziehung schickten. Wenngleich Heinrich XXIV. zwar selbst keine Landeshoheit besaß, so nahm er doch vor allem in Form mehrerer Vormundschaften Einfluss auf die politische Gestaltung verschiedener reußischer Herrschaften und deren pietistische Ausrichtung. In seinem 67. Lebensjahr starb Heinrich XXIV. in Greiz und wurde in der Gruft in Hohenleuben beigesetzt.

Weiterführende Literatur zu Heinrich XXIV.:

Anke Brunner: Aristokratische Lebensform und Reich Gottes. Ein Lebensbild des pietistischen Grafen Heinrich XXIV. Reuß-Köstritz (1681-1748) [Beiheft der Unitas Fratrum 13]. Herrnhut 2005. Hans-Walter Erbe: Zinzendorf und der fromme hohe Adel seiner Zeit. Leipzig 1928, 13-25. Heinrich XXIV., Indexeintrag: Deutsche Biographie,. URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd130132365.html [28.02.2017]. Friedrich-Wilhelm Trebge: Spuren im Land. Aus der Geschichte des apanagierten thüringisch-vogtländischen Adelshauses Reuß-Köstritz. Hohenleuben 2001, 40-79.

Das Haus Reuß

Das Adelsgeschlecht Reuß herrschte von Anfang des 12. bis Anfang des 20. Jahrhundert im thüringischen Vogtland und ging aus den Vögten von Weida hervor. Aufgrund enger Beziehungen der Vögte zu Kaiser Heinrich VI. (1190-1197) sei allen männlichen Nachkommen der Name Heinrich verliehen worden. Zur besseren Unterscheidung der Personen wurde im 17. Jahrhundert eine fortlaufende Zählung eingeführt, wobei die verschiedenen reußischen Linien getrennte Zählweisen besaßen. Der Name Reuß begegnet erst zu Beginn des 14. Jahrhunderts, als Heinrich (I.) (1256/66- 1292/95), Vogt und Herr von Plauen, den Beinamen Ruthenus bzw. Rusze vermutlich angesichts seines längeren Aufenthaltes in Russland und seiner Ehe mit einer russischen Prinzessin erhielt. Seit 1307 führte Heinrich (II.) (1289/1301-1350) „Reuß“ als Familiennamen. 1564 teilten die Herren Reuß ihr Gebiet in drei Linien auf, eine ältere, eine mittlere und eine jüngere. Während die mittlere Linie bereits 1616 ausstarb, bestanden die jüngere und die ältere Linie bis zur Abdankung 1918 politisch fort. Zahlreiche weitere Teilungen innerhalb der beiden Hauptlinien prägen die Geschichte dieses Adelshauses wie kaum ein anderes, das nach außen allerdings stets mit einer Stimme auftrat. 1673 wurden die Reußen in den Reichsgrafenstand erhoben. Der Titel des Gesamthauses lautete seitdem „Hoch- und Wohlgeborene Reußen, Grafen und Herren von Plauen, Herren zu Greiz, Kranichfeld, Gera, Schleiz und Lobenstein“. 1778 folgte in der älteren Linie und 1790/1806 in der jüngeren Linie die Reichsfürstenwürde. Das Haus Reuß-Ebersdorf, welches für diese Edition von besonderer Bedeutung ist, ging 1678 innerhalb der jüngeren Linie aus der Teilherrschaft Lobenstein hervor. Daraus ergibt sich auch die während der Vormundschaftszeit Erdmuthe Benignas noch sehr enge institutionelle Verbindung mit dem Lobensteiner Haus, durch die eine deutlich begrenzte Autonomie der Ebersdorfer Herrschaft in politischen, wirtschaftlichen und religiösen Angelegenheiten einherging. Die Bindungen sowohl an Lobenstein als auch innerhalb der jüngeren Linie (z.B. in Form einer gemeinschaftlichen Regierung und eines gemeinschaftlichen Konsistoriums), deren Auflösung Erdmuthe anstrebte, stellen daher ein zentrales Moment innerhalb der Briefe dar. Der Ehemann Erdmuthe Benignas, Heinrich X. (1662-1711), war der Begründer der Linie Ebersdorf. Die Herrschaft bestand zum Regierungsantritt Heinrichs X. im Jahr 1683 aus etwa einem Dutzend Dörfer und einigen Rittergütern sowie Teilen des Frankenwaldes. Das Rittergut in Ebersdorf baute er während der Jahre 1692 bis 1694 zu einem barocken Schloss aus und Ebersdorf wurde damit zum Residenzort der Herrschaft Reuß-Ebersdorf. Nach Heinrichs Tod am 10. Juni 1711 übernahm Erdmuthe Benigna die Vormundschaft für ihren Sohn und noch unmündigen Thronfolger Heinrich XXIX. (1699-1747). Graf Heinrich XXIV. von Reuß-Schleiz zu Köstritz (1681-1748), Mitvormund und wichtiger Briefpartner Erdmuthe Benignas während der Vormundschaftsjahre 1711-1720, war Neffe 2. Grades von Heinrich X. Beide Männer verband eine enge Freundschaft und gemeinsame religiöse (pietistische) Orientierung. Dies erklärt unter anderem auch die sehr vertraute Beziehung zwischen Erdmuthe und dem Köstritzer Grafen, die aus ihren Briefwechseln hervorgeht. Für das tiefere Verständnis zahlreicher in den Briefen erwähnter Begebenheiten sind die Kenntnis der Position des Hauses Reuß-Ebersdorf und die Erdmuthe Benignas innerhalb des reußischen Gesamthauses hilfreich. Beide werden daher nachfolgend in Form zweier Stammbäume wiedergegeben. Sie basieren auf der Forschungsliteratur von Robert Hänsel (Hg): Reussische Genealogie. Ergänzungen und Berichtigungen unter Benutzung der von Berthold Schmidt hinterlassenen Aufzeichnungen und mit eigenen Beiträgen. Jena 1940 und Berthold Schmidt (Hg): Die Reussen. Genealogie des Gesamthauses Reuss älterer und jüngerer Linie sowie der ausgestorbenen Vogtslinien zu Weida, Gera und Plauen und der Burggrafen zu Meissen aus dem Hause Plauen. Schleiz 1903. Bei Klick auf eine Person, öffnet sich ein Fenster mit Link zum dazugehörigen GND-Eintrag der Deutschen Nationalbibliothek.

Forschungsdaten

Nachfolgend werden die während des Projektes entstandenen Forschungsdaten in Form von ZIP-Dateien zum Download bereitgestellt. Dazu gehören die Transkriptionen und Register (XML), die XML-Schemadatei (Relax-NG-Schema und TEI-Roma-Customization) sowie das Stylesheet für die Präsentation der Briefe im ThULB-Viewer (XSL). Alle hier herunterladbaren Forschungsdaten sind mit einer CC-by-SA-4.0-Lizenz versehen. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image14.png Das hier bereitgestellte XML-Schema ist das auf die Briefe zugeschnittene Editionsschema, mit dem bei der Erstellung der Transkriptionen gearbeitet wurde. Es unterscheidet sich vom ThULB-Schema, sprich dem für den ThULB-Viewer hinterlegten W3C-Schema, dadurch, dass letzteres deutlich mehr Elemente und weniger Einschränkungen bezüglich der Attribute und Werte besitzt, da es alle in UrMEL hinterlegten Transkriptionen unterstützt. Das Schema der Erdmutheedition ist insofern eine restriktivere Teilmenge des ThULB-Schemas.

Ansprechpartner

Martin Prell
wiss. Mitarbeiter

Friedrich-Schiller-Universität Jena
Historisches Institut
Lehrstuhl für Geschlechtergeschichte
Bachstraße 18k, Zimmer 027
D-07743 Jena
Telefon: +49 / 3641 / 944034
Telefax: +49 / 3641 / 944032
Mail: martin.prell@uni-jena.de

IMPRESSUM

Herausgeber
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena
Die Direktion
Bibliotheksplatz 2 | 07743 Jena
Tel.: +49 (0)3641 | 9-400 00
Fax: +49 (0)3641 | 9-400 02
Verantwortlich gemäß §§ 6 TDG, 10 MdStV
Dr. Sabine Wefers, Leitende Bibliotheksdirektorin der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB)
Projektleitung
Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Projektwissenschaftler
Martin Prell
Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Gestaltung
Anne Seele
Texte
Martin Prell
Dr. Julia A. Schmidt-Funke
Technische Koordination
Michael Lörzer
Technische Umsetzung
Michel Büchner
Sebastian Hofmann
Martin Prell
Digitalisierung
Hans Hillesheim
Haftungsausschluss
Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena ist als Anbieter für die eigenen Inhalte verantwortlich, sie übernimmt jedoch keine Gewähr für die Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen. Für die Inhalte externer Links können wir trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle keine Haftung übernehmen. Für diese sind ausschließlich deren Anbieter verantwortlich.

Transkriptionsprinzipien

1. Diplomatische Transkription und editorische Eingriffe

Bei der vorliegenden Edition wurde eine vorlagengetreue, d.h. eine zeichen-, zeilen- und seitengenaue sowie möglichst positionsadäquate Umschrift angestrebt. Dies folgt der Absicht, historische Textdokumente mit einem möglichst geringen Maß an editorischer Interpretation wiederzugeben, um das Textmaterial dauerhaft für möglichst viele wissenschaftliche Disziplinen und deren unterschiedliche Forschungsfragen nutzbar zu machen. Die Editoren halten damit zudem die Möglichkeit offen, aus der diplomatischen Transkription gegebenenfalls noch eine orthographisch normalisierte produzieren zu können. Der umgekehrte Weg ist hingegen nicht möglich. Zugleich ist zu betonen, dass eine vollständig deutungsfreie Transkription utopisch ist, da Transkribieren (insbesondere von Handschriften) stets auch Interpretieren bedeutet. Das diplomatische Prinzip schließt explizit die originäre Wiedergabe von Abkürzungen, Ligaturen, Geminationsstrichen, Sonderzeichen, Groß-/Kleinschreibung, Interpunktion, Orthographie, Getrennt-/ Zusammenschreibung, Lang-s, Rund-s und Scharf-s ein, kurzum den generellen Verzicht auf stillschweigende Veränderungen des Vorlagentextes (sog. Primärdaten). Auch Streichungen, Unterstreichungen und Überschreibungen werden zeichengenau wiedergegeben und nicht etwa einer möglichen Intention der Schreiberin Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf entsprechend. Alle Briefe sind mit der Markup-Sprache XML (Extensible Markup Language) ausgezeichnet worden. Dies ermöglichte eine Annotation der Primärdaten mit editorischen Informationen. Das bedeutet, dass jegliche editorische Eingriffe zusätzlich zu dem Originalbefund, also ohne diesen zu verändern, unternommen wurden. Von diesen Textstellen-Annotationen zu trennen sind die editorischen Stellenkommentare. In ihnen wurden heute ungebräuchliche oder unverständliche Begriffe und Redewendungen mit Hyperlink auf das Wörterbuchnetz erläutert, fremdsprachliche Textteile übersetzt, Bibelstellen auf den Webservice biblija.net verlinkt, sowie Kontextinformationen und Verlinkungen zu anderen Briefen und Quellen geliefert. Die Genauigkeit der Transkription ist sehr hoch, da die Briefe in drei Phasen transkribiert wurden. Nach der Ersttranskription erfolgte im Zuge der XML-Auszeichnung die Feintranskription. Am Ende wurden alle Briefe noch einmal auf Auszeichnungs- und Transkriptionsfehler hin durchgesehen.

2. Umgang mit Unsicherheiten

Die Transkription von Handschriften führt, insbesondere wenn ein diplomatisches Transkriptionsprinzip zugrundgelegt wird, unweigerlich zu Fällen, in denen eine zweifelsfreie Umschrift nicht möglich ist. Unsicherheiten ergaben sich zuweilen bei der Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung. War keine eindeutige Entscheidung möglich, wurde der Grad an Gewissheit einer getroffenen Transkriptionsentscheidung angegeben (s.u.). Schwierigkeiten bereitete hierbei vor allem die oft scheinbare Analogie zwischen den Großbuchstaben „V“ und „W“ und ihren kleingeschriebenen Pendants. Reichte der Startbogen nicht in die Oberlänge, so wurde der Buchstabe als Minuskel transkribiert. Im Falle des Buchstaben „Z/z“ hingegen scheint keine Unterscheidung zwischen Groß- und Kleinschreibung durch die Schreiberin stattgefunden zu haben. Da auch das Binnen-z in der Regel eine deutliche Oberlänge besitzt, wurde es in diesen Fällen stets als Majuskel ediert. unable to handle picture here, no embed or link Eine weitere Schwierigkeit betraf die eindeutige Unterscheidung der Vokale „a“ und „o“ . Insbesondere vor Lang-s und Scharf-s war eine Differenzierung oft kaum möglich. Ließ sich kein Schaft erkennen, der das vermeintliche „a“ auf der Grundlinie beendete, bevor der nächste Buchstabe ansetzte, wurde es als unsicheres „a“ mit präferierter Lesung transkribiert und die Lesung „o“ als alternative Lesemöglichkeit mit geringerer Gewissheit angeboten (s.u.). https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image15.png https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image16.png Im ersten Beispiel ist das erste Wort mit „daß“ transkribiert worden, da ein separater a-Schaft und ein Neuansetzen des Schaftes des Scharf-s zu erkennen ist. Beim nachfolgenden Wort und im zweiten Beispiel hingegen wurden zwei Lesemöglichkeiten angeboten. Der Umlaut „ä“ erschien im konjunktivischen Gebrauch der Schreiberin hingegen eindeutig als „ö“, weshalb er auch in der Regel als „ö“ transkribiert wurde. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image17.png Im Zweifelsfall wurde aber auch hier die Unsicherheit und „ä“ als alternative Lesung angegeben. Deutlich weniger problematisch war die Unterscheidung von Lang-s und Scharf-s . Das Lang-s unterscheidet sich zum „ß“ dadurch, dass ersteres mit einem einfachen Bogen in der Oberlänge endet bzw. sogar nur Mittel- und Unterlänge umfassen kann (wie bei „sch“). Der Bogen des Scharf-s ist hingegen wieder bis zur Grundlinie gezogen: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image18.png Eine andere Quelle unsicherer Transkriptionen barg die chirographische Eigenheit der Schreiberin, Wortteile (insbesondere Präfixe) durch Spatien abzutrennen. Angesichts der geschlechtergeschichtlich bedeutsamen Frage nach Spezifika weiblicher Schreibpraxis in der Frühen Neuzeit erschien es den Editoren wichtig, diese Auffälligkeit angemessen zu dokumentieren. Eine möglichst vorlagengetreue Wiedergabe der Spatien wurde deshalb vorgenommen. Unsicherheit entstand bspw. dann, wenn die Schreibfeder zwar abgesetzt, das Spatium im Kontext der Abstände umliegender Wörter aber nur sehr klein war. Deren Deutung wurde im Falle geringen verfügbaren Schreibraums oder unsauberer Schreibweise zusätzlich erschwert. Angesichts wechselnder Größen von Schreibraum und Schrift war ein quantifizierendes Vorgehen bspw. durch Ausmessen der Spatien und der Formulierung eines erforderlichen Minimalabstandes als Kriterium für bzw. gegen das Setzen eines Spatiums nicht angebracht. Stattdessen wurde einem phonetisch-chirographischen Transkriptionsprinzip gefolgt. Das bedeutet, dass die grundlegende Entscheidung zwischen Getrennt- und Zusammenschreibung nach der historischen Trennung von Sprechsilben am Zeilenende erfolgte. Erst nachranging wurde auch die tatsächliche Größe der Abstände bei der Beurteilung beachtet. Folglich wurde die Gewissheit eines Spatiums dann mit „hoch“ angegeben, wenn zwar nur ein geringer Abstand zweier Buchstaben auszumachen war, es sich jedoch um zwei eigenständige Silben handelte, die Feder sichtbar abgesetzt wurde und die Schreiberin dasselbe Wort für gewöhnlich deutlich getrennt schrieb. Dies war zudem insbesondere dann geboten, wenn der letzte Buchstabe der ersten Silbe auf ähnlicher Höhe endete, wie der erste Buchstabe der nachfolgenden Silbe begann und die Tintenstärke einheitlich blieb. Das Absetzen der Feder aus schreibtechnischen Gründen erschien damit als nicht zwingend und das bewusste Setzen eines Spatiums als wahrscheinlich. Im Falle deutlicher Abstände wurden mutmaßliche Spatien mir „geringer Gewissheit“ versehen, wenn es sich zwar um eine sichtbar abgesetzte Feder handelte, die etwaige Trennung aber keine Silbentrennung darstellte. Doch auch bei zugrundeliegenden eigenständigen Silben konnte geringe Gewissheit dann konstatiert werden, wenn diese von der Schreiberin üblicherweise nicht getrennt wurden oder wenn der letzte Buchstabe der ersten Silbe auf einer deutlich anderen Zeilenebene endete als der erste Buchstabe der folgenden Silbe begann oder die Tintenstärke offensichtlich variierte. Das Absetzen der Feder aus schreibtechnischen Gründen wurde damit nämlich wahrscheinlich und ein bewusstes Setzen eines Spatiums unwahrscheinlich. Doch auch dieser regelgeleiteten Entscheidungshilfe bleibt stets eine gewisse Subjektivität inhärent, die die oben erwähnten interpretatorischen Implikationen des Transkribierens generell verdeutlicht. Das phonetisch-chirographische Transkriptionsprinzip ist daher vielmehr als ein Vorschlag anzusehen, ein distinktes Schreibphänomen möglichst vorlagengerecht dokumentieren und für die geisteswissenschaftliche Analyse untersuchbar zu machen. Auch kann mit dieser Art der Transkription schnell begonnen werden, ohne die Schreibgewohnheit der Verfasserin vorher im Detail kennen zu müssen. Da die Orthographie Erdmuthe Benignas in Folge fehlender gelehrter Ausbildung ihrem Sprechstil gefolgt sein dürfte, agiert das angewendete Transkriptionsprinzip vermutlich auch nahe an der von der Schreiberin intendierten Spatienverwendung. Dafür spricht auch, dass „die Silbentrennung am Zeilenende [...] um 1700 bereits so klar entschieden [...] [war], daß die [...] praktizierten Regeln fast völlig zur heutigen DUDEN-Regelung, ja sogar den Reformvorschlägen von 1989 stimmen.“ (Peter Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Bd. 2. 17. und 18. Jh. 2. Aufl.. Berlin, New York 1994, S. 248.). Dennoch konnte es vorkommen, dass Erdmuthe Benigna die Silben zuweilen auch fehlerhaft trennte. Überwiegend tat sie dies jedoch korrekt. Die Frage nach Gewohnheit als primäres oder gar alleiniges Entscheidungsprinzip ist in den Briefen ohnehin aufgrund der häufigen Schwankungen zwischen deutlicher Getrennt- und Zusammenschreibung auch bei gleichen Wörtern wenig zielführend. So zeigt bspw. folgende Stelle, dass das Präfix „ge“, das die Schreiberin sonst überwiegend abtrennt, auch eindeutig zusammengeschrieben erscheinen kann: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image19.png Ebenso verdeutlichen Korrekturbeispiele, dass Erdmuthe Benigna offenbar Wert auf die Getrennt- und Zusammenschreibung legte, die Dokumentation dieser damit also nicht überflüssig ist: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image20.png Zur Verdeutlichung des Transkriptionsprinzips folgen Textbeispiele und Angaben zum editorischen Umgang mit den entsprechenden Textphänomenen. Eine Trennung mittels Spatium erfolgte bei: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image21.png Keine Trennung erfolgte hingegen bei: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image22.png Eine Trennung mit niedrigem Grad an Gewissheit erfolgte bei: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image23.png Eine Trennung mit hohem Grad an Gewissheit erfolgte bei: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image24.png In einem Wort konnten folglich auch Trennungen sowohl mit hohem als auch niedrigem Gewissheitsgrad auftreten wie bei: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image25.png Die zeichengenaue Transkription kam an ihre Grenzen bei der Wiedergabe mutmaßlicher Spatien vor Satzzeichen . Da diese meist nicht eindeutig zu bestimmen waren, wurden sie dem modernen Gebrauch entsprechend stets unmittelbar an das vorhergehende Wort angefügt, selbst wenn größere Spatien im Original dem zuweilen scheinbar widersprachen.

Kodierungsrichtlinien (XML-Kodierung und HTML-Darstellung/-Funktion)

Die XML-Auszeichnung der Briefe folgt den Richtlinien der TEI P5 . Innerhalb dieses XML-Subsets hat eine projektspezifische Begrenzung der zulässigen Tags und ihrer Anwendung stattgefunden. Das dafür generierte XML-Schema (siehe „Forschungsdaten“) wurde mittels verschiedener Orientierungsvorlagen erarbeitetet und an die Briefe angepasst. Diese Vorlagen sind unter anderem das Basisformat des Deutschen Textarchivs (DTABf) und die Kodierungsrichtlinien der Edition „Briefe und Texte aus dem intellektuellen Berlin um 1800“ ( PDF ). Alle Primärdaten der Vorlage werden im HTML-Layout in einem Serifen-Font wiedergegeben (Junicode, Times New Roman) mit Ausnahme der von der Schreiberin lateinisch geschriebenen Buchstaben (s.u.). Editorische Informationen (Kommentare, Seitenangaben, editorische Informationen etc.) werden generell in einer serifenlosen Schrift (Helvetica, Arial) präsentiert. Grundsätzlich gilt, dass bei der HTML-Darstellung der Transkriptionen der zeichengenauen Wiedergabe der Vorrang eingeräumt wurde. Bei Mouseover über farbig-punktiert unterstrichene oder in grünen eckigen Klammern stehende Textteile werden weitere editorische Informationen eingeblendet (s.u.). Das dafür notwendige Stylesheet wurde auf Grundlage des bereits existierenden Stylesheets eines von der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek entwickelten Anzeigetools, des sogenannten ThULB-Viewers, entwickelt. Zur Erweiterung und projektspezifischen Anpassung wurde unter anderem das Stylesheet des Deutschen Textarchivs herangezogen. Die Dokumentation des räumlichen Befundes der Vorlage hat innerhalb der XML-Dokumente in Form einer linear-zeilenorientierten Auszeichnung und dem @place-Attribut stattgefunden. So wurden bspw. Marginalien vor bzw. nach der Zeile kodiert, in der sie im Dokument beginnen. Auch Spaltenschreibweise innerhalb der Vorlage wurde dokumentiert. Eine Ausnahme bildet die Paginierung. Diese wurde nicht etwa in ihrer konkreten Zeile, sondern je nachdem, ob sie am oberen oder unteren Ende einer Seite auftritt, unmittelbar vor oder nach dem Seitenwechsel festgehalten. Durch die Anzeigemöglichkeit der hinterlegten XML-Daten durch Klick auf den Link „XML-Darstellung“ oberhalb jeder Transkription können weitere editorische Informationen angezeigt werden, die nicht im Layout erscheinen, bspw. die vollständigen und regularisierten Namen von genannten Personen oder der Grad an Gewissheit, mit der unbekannte Entitäten identifiziert oder Abkürzungen aufgelöst wurden. Auch fallen zuweilen mehrere Auszeichnungen auf eine Textstelle, sodass im Layout zwar eine zusätzliche Unterstreichung auf einen Befund hinweist, aber nicht alle dahinterliegenden Informationen bei Mouseover auch eingeblendet werden können. Da sowohl die Struktur der Briefe als auch der formale und inhaltlich-semantische Befund dokumentiert wurde, konnten zuweilen XML-Hierarchie-Konflikte auftreten, wenn sich Elementgrenzen überlappen. War dies der Fall, wurde der semantischen Auszeichnung (bspw. die Kodierung einer Person) der Vorrang eingeräumt. Formale Auszeichnungen (bspw. eine überlappende Unterstreichung dieser Person) wurden dann in so viele Elemente wie notwendig gesplittet.

1. XML/TEI-Deklaration und Briefidentifikator (<?xml?>, <TEI>)

Zu Beginn eines XML-Dokumentes wurden XML-Version, unterstützter Zeichensatz und der TEI-Charakter des Dokuments deklariert. Dies erfolgte stets mittels folgender Angaben:
<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<TEI xmlns = "http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id = "[Briefkürzel]" >
Das Attribut @ xml:id beinhaltet als Wert eine dem Brief zugewiesene einzigartige ID, die sich aus der Archivsignatur und Paginierung des Briefes ableitet und folgender Form entspricht: [BestandsabkürzungUnterbestand_Startseite]. Im Fall des Briefes im Bestand Paragiatsherrschaft Köstritz I Ab IV 16, fol. 56r-60v lautet die Brief-ID/@xml:id: "PK16_56" . Diese ID ist ferner Bestandteil der Namen der einzelnen Image- sowie XML-Dateien der Briefe (s. Kapitel „Seitenwechsel“) und ist daher auch Teil der URLs auf diese:
Diese URLs sind im Header jedes Briefes in den Tags <idno type = "URLImages" > bzw. <idno type = "URLXML" > angegeben. Da die XML-Dateien für deren Verwendung im ThULB-Viewer aufbereitet werden mussten, indem jede Briefseite in eine separate XML-Datei überführt wurde, änderten sich dort auch die im <TEI>- Element vergebenen Brief-IDs. Der ID wurde in diesen Fällen die Nummerierung des entsprechenden Images angehängt: z.B.: "PK16_56_0001" . Daneben besitzt jeder Brief einen eigenständigen persistenten Identifizierer in Form einer URN , die auf den Brief als Gesamtobjekt innerhalb von Collections führt. Jedes Einzelimage hat zudem eine eigene URN und ist damit gezielt referenzierbar. Diese ist im Header jeder Transkriptions-XML-Datei angegeben. Die Transkriptionen besitzen noch keine URNs, werden aber nach Abschluss des Projektes ebenfalls vergeben.

2. Metadaten (<teiHeader>)

Die grundlegenden Bestandteile des Headers umfassen die vier Elemente <fileDesc> , <encodingDesc> , <profileDesc> und <revisionDesc> . Sie werden in der folgenden Übersicht erläutert und in ihrer Verwendung samt ihrer Unterelemente, Attribute und Werte vorgestellt. Kommentare erscheinen in grüner Schrift und werden eingeleitet mit <!-- .
<teiHeader>
<fileDesc> <!-- Hauptcharakteristika des Dokuments, Dateibeschreibung -->
<titleStmt>
<title> Brief von [Absendername] an [Adressatenname] ([Ort], [Datum]) </title>
<funder> [Name des/der Fördernden, Finanzierenden des Projektes] </funder>
<principal> <!-- Angaben zur leitenden Person des Projektes -->
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" xml:id = "[Personenkürzel]" >
<surname> [Nachname] </surname>
<forename> [Vorname] </forename>
<email> [Emailadresse] </email>
</persName>
<affiliation> <!-- Angaben zur institutionellen/organisatorischen Anbindung der leitenden Person -->
<orgName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" > [Institutions-/Organisationsname] </orgName>
<address>
<street> [Straße und Hausnummer] </street>
<postCode> [Postleitzahl] </postCode>
<settlement> [Ort] </settlement>
<country> [Land] </country>
</address>
</affiliation>
</principal>
<respStmt> <!-- Angaben zur Verantwortlichkeit, Zuständigkeit für Teilaspekt des Projektes -->
<resp>
<note type = "remarkResponsibility" >
[Beschreibung der Tätigkeit, des Zuständigkeits- und Verantwortlichkeitsbereiches]
</note>
</resp>
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" xml:id = "[Personenkürzel]" >
<surname> [Nachname] </surname>
<forename> [Vorname] </forename>
<email> [Emailadresse] </email>
</persName>
</respStmt>
<respStmt> <!-- Angaben zur Verantwortlichkeit, Zuständigkeit für Teilaspekt des Projektes -->
<resp>
[...]

</resp>
</respStmt>
</titleStmt>
<editionStmt> <!-- Angaben zur Ausgabe -->
<edition> [Angaben zur Ausgabe, z.B. "Vollständige digitalisierte Ausgabe", "zweite Ausgabe", "Studienausgabe"] </edition>
</editionStmt>
<extent> <!-- Angaben zum Umfang -->
<measure type = "images" > [Anzahl der Bilddateien] </measure>
</extent>
<publicationStmt> <!-- Angaben zur Veröffentlichung -->
<publisher>
<orgName role = "project" > [Herausgebendes Projekt] </orgName>
<orgName role = "hostingInstitution" > [Publizierende Institution] </orgName>
</publisher>
<pubPlace> [Publikationsort] </pubPlace>
<date type = "publication" > [Veröffentlichungsdatum im Format yyyy-mm-ddThh:mm:ssZ] </date>
<availability>
<licence target = "[URL zum Lizenztext]" >
[Angaben zur Lizenz der Publikation]

</licence>
</availability>
<idno> <!-- Identifikator -->
<idno type = "URLXML"
> [URL der XML-Datei] </idno>
</idno>
</publicationStmt>
<seriesStmt> <!-- Angaben zu übergeordneter Reihe und Themengebieten der Quelle -->
<title type = "main" > Digitale Edition der Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670-1732) </title>
<title type = "sub" > Briefe von Erdmuthe Benigna an Heinrich XXIV. von Reuß-Schleiz zu Köstritz </title>
<title type = "genre" > Briefe </title>
<title type = "topic" > [Behandeltes Sachthema] </title>
<title type = "topic" > [Behandeltes Sachthema] </title>
</seriesStmt>
<sourceDesc> <!-- Beschreibung der Quelle -->
<msDesc> <!-- Beschreibung der Handschrift -->
<msIdentifier> <!-- eindeutiger Identifikator der Handschrift -->
<institution> [Besitzende Institution] </institution>
<repository> [Bestandszugehörigkeit innerhalb der besitzenden Institution] </repository>
<collection> [Unterbestand/Sammlung innerhalb der besitzenden Institution] </collection>
<idno>
<idno type = "shelfmark" > [Signatur] </idno>
<idno type = "folio" > [Blatt-/Seitenangaben] </idno>
<idno type = "URLImages" > [URL der Bilddatei] </idno>
<idno type = "URNLetter" > [URN des Briefes] </idno>
</idno>
</msIdentifier>
<msContents> <!-- Angaben zum Inhalt der Handschrift -->
<msItem>
<incipit> [Incipit des Briefes] </incipit>
<docDate when = "[Datum im Format yy-mm-dd" > [Datum der Handschrift] </docDate> <!-- meint das auf der Handschrift notierte Datum der Ausstellung unabhängig seines wirklichen/vermuteten Datums; wurde im Falle undatierter Briefe nicht verwendet -->
</msItem>
</msContents>
<physDesc> <!-- materielle Beschreibung der Quelle -->
<objectDesc>
<supportDesc>
<extent> <!-- Angaben zu Umfang und Größe der Quelle -->
<measure type = "folio" > [Anzahl an Blättern/Seiten] </measure>
<dimensions type = "leaves" facs = "[Blattzahl]" > <!-- @facs="[Blattzahl]" (z.B. "14v") wurde nur bei unterschiedlichen Größen der Blätter eines Briefes verwendet -->
<height unit = "mm" atMost = "[maximale Höhe der Blätter in Millimeter]" /> <!-- aufgrund schwankender Maße der Blätter in Folge ungeraden Schnittes wurde stets die größte messbare Ausdehnung angegeben -->
<width unit = "mm" atMost = "[maximale Breite der Blätter in Millimeter]" />
</dimensions>
</extent>
<foliation corresp = "#[Personenkürzel]" > <!-- Angaben zur Foliierung/Paginierung --> <!-- Das Personenkürzel entspricht dem Wert von @xml:id in den <handNote>-Elementen (s.u.) -->
[Angaben zum Urheber der Foliierung/Paginierung]

</foliation>
<condition> [Angaben zum Erhaltungszustand, Erscheinungsbild des Briefes] </condition>
</supportDesc>
</objectDesc>
<handDesc> <!-- Beschreibung aller auf dem Brief auszumachenden Schreibhände -->
<handNote xml:id = "[Schreiberkürzel]" scope = "major|minor" medium = "[Schreibmedium]" scribe = "[Schreiberrolle]" scribeRef = "[URL des GND-Eintrags der Person der Schreiberhand]" > <!-- Die Werte von @xml:id wurden festgelegt auf erdmuthebenigna_hand, archivist_hand, heinrichxxiv_hand, heinrichxxiv_hand2, heinrichxxiv_hand3, scribe_hand, heinrichxxix_hand und unknown_hand; @scope gibt den Umfang der Schreibhand an und kann die Werte major oder minor besitzen; @medium gibt das Schreibmedium der Handschrift an und kann black_ink, grey_pencil oder red_pencil als Wert enthalten; @scribe spezifiziert die Rolle der/des Schreibenden und kann die Werte author, archivist, adressee, scribe und unknown bekommen -->
[Angaben zu (ggf. vermuteter) Person, Schreibmedium und Umfang der Schreibhand]

</handNote>
</handDesc>
<sealDesc> <!-- Angaben zum Briefsiegel -->
<p> [Angaben zum Erscheinungsbild des Siegels, das den Brief verschließt] </p>
</sealDesc>
<accMat> [Angaben zu dem Brief beigefügtem, angehängtem Quellenmaterial] </accMat>
</physDesc>
<history> <!-- Angaben zur Briefgeschichte -->
<origin> Der Brief wurde in <origPlace ref = "[URL des Ortes auf GeoNames]" corresp = "#[Ortskürzel]" resp = "#[Editorenkürzel]" > [Ortsname] </origPlace> am <origDate when = "[yy-mm-dd]" > [Briefdatum] </origDate> verfasst. [Ggf. Begründung für vermuteten Ort und/oder Datum]. </origin> <!-- Angabe zum tatsächlichen/vermuteten Datum und Ort des Briefes ungeachtet der Angabe durch den/die Schreiber/in; Der Wert von @resp entspricht nach dem Doppelkreuz dem @xml:id-Wert der/des Edierenden im <respStmt> (s.o.); Der Wert von @corresp entspricht nach dem Doppelkreuz dem @xml:id-Wert des Ortes im Ortsregister; <origPlace> kann die Attribute @when, @notBefore, @notAfter, @from, @to, @period annehmen; im Falle vermuteter Datierung/Lokalisierung mit Verwendung von @cert und den Werten "high" oder "low" innerhalb von <origPlace> und <origDate> und anschließender Begründung -->
<acquisition>
[Angaben zur Geschichte der Handschrift bis zum Erwerb durch die besitzende Institution/Person]

</acquisition>
</history>
<additional> <!-- weitere Informationen bspw. administrativer Art-->
<listBibl> <!-- bibliographische Angaben zu Forschungsliteratur zur Handschrift -->
<bibl> Martin Prell: Selbstentwurf und Herrschaftspraxis. Die Briefe Erdmuthe Benignas von Reuß-Ebersdorf (1670–1732). Erscheint im Tagungsband zur Tagung „Gender-Pietismus-Adel“, die vom 21.-24. Oktober 2015 in den Franckeschen Stiftungen zu Halle stattfand. </bibl>
<bibl> Heide Wunder: Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse. Die Regentschaft der Reichsgräfin Erdmuthe Benigna von Reuß-Ebersdorf. In: Politik in verflochtenen Räumen. Festschrift für Marianne Braig. Hg. v. Markus Hochmüller [u.a.]. Berlin 2013, 242-262. </bibl>
</listBibl>
</additional>
</msDesc>
</sourceDesc>
</fileDesc>
<encodingDesc> <!-- Angaben zu den editorischen Richtlinien und der Kodierung -->
<projectDesc><p> [Projektname] </p>
</projectDesc>
<editorialDecl>
<p> <!-- Angabe zum editorischen Umgang mit einzelnen Textphänomenen -->
<![CDATA[
<p>
Schreibfehler: dokumentiert;
fremdsprachliches Material: gekennzeichnet;
Geminations-/Abkürzungsstriche: wie Vorlage;
Hervorhebungen (Latein, Kursive etc.): wie Vorlage;
y mit Trema (&#x00FF;): dokumentiert;
doppelte, schräge Silbentrennstriche (&#x2E17;): dokumentiert;
langes s (&#x017F;): dokumentiert;
Normalisierungen: dokumentiert;
Seitenumbrüche markiert: ja;
Silbentrennung: wie Vorlage;
Vokale mit übergest. e: dokumentiert;
Endhaken/Endverschleifung (&#x02F7;): dokumentiert;
Suspensionsschleifen (&#x2113;): dokumentiert;
Abkürzungen: dokumentiert;
Vollständigkeit: vollständig erfasst;
Zeichensetzung: wie Vorlage;
Zeilenumbrüche markiert: ja;
</p>
]]>
</p>
</editorialDecl>
</encodingDesc>
<profileDesc> <!-- Angaben zu Sprache und Beteiligten der Quellen -->
<langUsage> <!-- Sprache der Quelle -->
<language ident = "[Sprachkürzel gemäß ISO 639-3" > [überwiegende Sprache der Quelle] </language>
</langUsage>
<correspDesc> <!-- Angaben zu den Briefpartnern und -handlungen dieses Briefes -->
<correspAction type = "sent" > <!-- Angaben zur Absendung dieses Briefes -->
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Absendenden] </surname>
<forename> [Vorname der/des Absendenden] </forename>
</persName>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort der Absendung] </settlement>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum der Absendung] </date> <!-- <date> kann die Attribute @when, @notBefore, @notAfter, @from, @to, @period annehmen -->
</correspAction> <!-- editorische Vermutungen hinsichtlich Absendeort und -datum wurden mit @cert und den Werten "high" oder "low" dokumentiert -->
<correspAction type = "received" > <!-- Angaben zum Empfang dieses Briefes -->
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Empfangenden] </surname>
<forename> [Vorname der/des Empfangenden] </forename>
</persName>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum des Empfangs, sofern vermerkt] </date>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort des Empfangs] </settlement>
</correspAction>
<correspContext> <!-- Angaben zum vorhergehenden und nachfolgenden Brief zwischen den empfangenden und absendenden Personen dieses Briefes; lediglich bekannte Briefe erhalten einen Eintrag-->
<ref type = "prev" subtype = "fromAuthor" target = "[Briefkürzel]" > Vorhergehender Brief von <!-- der Wert von @target entspricht dem im Element <TEI> vergebenen Wert des Attributs @xml:id des gemeinten Briefes -->
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Absendenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Absendenden dieses Briefes] </forename>
</persName> an
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Empfangenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Empfangenden dieses Briefes] </forename>
</persName>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort der Absendung] </settlement>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum der Absendung] </date>
<idno type = "shelfmark" > [Signatur] </idno>
<idno type = "folio" > [Seite/Blatt] </idno>
</ref> <!-- Daten, die nicht ermittelbar sind (bspw. eine Signatur, weil der Brief zwar bekannt aber nicht erhalten ist), bekamen kein Element; stattdessen konnten in einem <note>-Element erläuternde Angaben gemacht werden wie bspw.: "Brief ist sehr wahrscheinlich 1945 verbrannt" -->
<ref type = "prev" subtype = "toAuthor" target = "[Briefkürzel]" > Vorhergehender Brief von
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Empfangenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Empfangenden dieses Briefes] </forename>
</persName> an
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Absendenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Absendenden dieses Briefes] </forename>
</persName>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort der Absendung] </settlement>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum der Absendung] </date>
<idno type = "shelfmark" > [Signatur] </idno>
<idno type = "folio" > [Seite/Blatt] </idno>
</ref>
<ref type = "next" subtype = "fromAuthor" target = "[Briefkürzel]" > Nachfolgender Brief von
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Absendenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Absendenden dieses Briefes] </forename>
</persName> an
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Empfangenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Empfangenden dieses Briefes] </forename>
</persName>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort der Absendung] </settlement>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum der Absendung] </date>
<idno type = "shelfmark" > [Signatur] </idno>
<idno type = "folio" > [Seite/Blatt] </idno>
</ref>
<ref type = "next" subtype = "toAuthor" target = "[Briefkürzel]" > Nachfolgender Brief von
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Empfangenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Empfangenden dieses Briefes] </forename>
</persName> an
<persName ref = "[URL zum GND-Eintrag]" >
<surname> [Nachname der/des Absendenden dieses Briefes] </surname>
<forename> [Vorname der/des Absendenden dieses Briefes] </forename>
</persName>
<settlement ref = "[URL zum GeoNames-Eintrag]" > [Ort der Absendung] </settlement>
<date when = "[yy-mm-dd]" > [Datum der Absendung] </date>
<idno type = "shelfmark" > [Signatur] </idno>
<idno type = "folio" > [Seite/Blatt] </idno>
</ref>
</correspContext>
</correspDesc>
</profileDesc>
<revisionDesc> <!-- Angaben zur Änderung der Datei -->
<change when = "[yy-mm-dd]" who = "#[Personenkürzel]" > [Beschreibung der Änderung] </change> <!-- der Wert von @who entspricht nach dem Doppelkreuz dem @xml:id-Wert der/des Edierenden im <respStmt> (s.o.) -->
</revisionDesc>
</teiHeader>

3. Textdaten (<text>)

Auf </teiHeader> folgt unmittelbar das <text> -Element und auf dieses wiederum das <body> -Element. Diese Struktur wurde in keinem Fall verändert. Elemente wie <back> oder <front> wurden nicht verwendet. Innerhalb von <body> waren die im Folgenden aufgeführten Tags zulässig.

3.1 Grundstruktur (<div>, <p>, <pb/>, <lb/>, <cb/>, <fw>)

Die Hauptbestandteile des Briefes (Brieftext und Briefumschlag) wurden mit dem <div> -Element ausgezeichnet. Zulässig sind allein die Attribut-Wert-Paare @ type = "letter" und @ type = "envelope" . Das @ n -Attribut mit numerischem Wert konnte dann verwendet werden, wenn der Brieftext durch den Briefumschlag unterbrochen und danach weitergeführt wurde oder wenn innerhalb des Briefes eingefügte Datumsangaben auf einen eigenständigen Briefbestandteil innerhalb des Gesamtbriefes hindeuteten:
<div type = "letter" n = "2" >
<div type = "envelope" >
Absätze wurden vom <p> -Element umschlossen. Dabei handelt es sich um die Wiedergabe des formalen Befundes in Form deutlich sichtbarer Umbrüche. Entsprechend wurden Themenwechsel, die nicht durch die Verwendung von Absätzen markiert sind, nicht mit <p> ausgezeichnet. Seitenwechsel wurden mit dem <pb >-Element kodiert. Das <pb> folgt unmittelbar auf das <body> -Element, sofern es sich in der Vorlage am oberen Seitenrand befindet. Die zulässigen Attribute sind @ facs und @ n . Die Werte des @facs-Attributs referenzieren auf die in Collections hinterlegten Bilddateinamen der einzelnen Briefseiten. Sie bilden sich stets nach folgendem Prinzip: "[Briefidentifikator]_[Bildnummerierung].[Dateiendung]" . Mit dem @n-Attribut wird die Blattpaginierung wiedergegeben, mit den üblichen Abkürzungen „r“ für „recto“ und „v“ für „verso“:
<pb facs = "PK16_56_0002.tif" n = "56v" />
Jeder Zeilenschluss wurde mit dem leeren Element <lb/> kodiert. Es steht hinter dem äußersten schließenden Element aber immer vor </body>. Die Elemente <pb/>, <cb/> und <space/> stehen ohne folgendes <lb/> -Element. Spalten wurden mit dem leeren Element <cb/> dokumentiert. Da die Identifizierung von Spalten in Handschriften generell schwierig ist, wurden Spalten nur dann ausgezeichnet, wenn mindestens zwei Spalten zu erkennen waren. Der Beginn der Spaltenschreibweise trägt das Attribut-Wert-Paar @ type = "start" , das Ende @ type = "end" . Mit dem Attribut @ rend wird die Lage der Spalte in Bezug auf die anderen Spalten festgehalten. Es kann die Werte "left" , "middle" und "right" annehmen. Im HTML-Layout sind die Spalten nicht imitiert worden:
<cb type = "start" rend = "right" /> Erl <lb/>
aufrichtich treüe
<lb/>
baß und dinerin
<lb/>
Erd muthe
<cb type = "end" rend = "right" />
Die Blattpaginierung wurde zusätzlich zu <pb n="[...]"/> mit <fw type = "folNum" > festgehalten. Die Attribute @ place und @ hand geben Aufschluss über Position und Urheber (i.d.R. ein/e Archivar/in) der Paginierung. @place kann die Werte "top" , "bottom" , "top-right" , "top-left" , "bottom-right" oder "bottom-left" annehmen. Der einzig mögliche @ hand -Wert ist "archivist_hand" . Er entspricht dem @ xml:id -Wert des <handNote > -Elements im Header eines Briefes.
<fw type = "folNum" place = "top-right" hand = "#archivist_hand" > 56 </fw>

Chirographische Hervorhebungen wurden mit dem @ rend -Attribut versehen. Ließ es sich keinem anderen strukturierenden Element zuordnen, so wurde es innerhalb des <hi> -Elements verwendet. @ rend kann folgende Werte annehmen:
Attributwert
Anwendung
Layout-Darstellung
latin
lateinische Buchstaben in überwiegendem Kurrent-Text
serifenlose Schrift (Helvetica, Arial)
align-right align-center
rechtsbündiger bzw. zentrierter Text; linksbündig wurde nicht gesondert ausgezeichnet, da dies als Normalfall gilt
rechtsbündige bzw. zentrierte Ausrichtung über gesamte Bildschirmbreite
indent
eingerückter Text
Einrückung
superscript
hochgestellter Text
Hochstellung, verkleinerte Schrift
subscript
tiefgestellter Text
Tiefstellung, verkleinerte Schrift
vertical
vertikal verlaufender Text
 
upsidedown
auf Kopf stehender Text
 
larger
gegenüber Grundtext deutlich vergrößerter Text, sofern graphisch als auch intentional einwandfrei erkennbar
um den Faktor 1,5 vergrößerte Schrift
underline
unterstrichener Text; @n mit numerischem Wert gibt die Anzahl der Unterstreichungen an, sofern mehr als eine vorhanden ist
Unterstreichung; Farbe schwarz oder entsprechend des zugewiesenen hexadezimalen HTML-Farbcodes
mark
mit vertikalen Linien markierter Text; @n mit numerischem Wert gibt die Anzahl an Linien wieder, sofern mehr als eine vorhanden ist
grauer Texthintergrund oder farbig entsprechend des zugewiesenen hexadezimalen HTML-Farbcodes
left right middle
nur innerhalb von <cb> zur Kodierung der Spaltenlage des Textes
 
erasure
gelöschter Text
graue Schriftfarbe
strikethrough
durchgestrichener Text
einfache vertikale Linie durch Textmaterial
spaced
deutlich erhöhter und intendierter Abstand zwischen Zeichen eines Wortes
rhöhter Zeichenabstand
Im Fall von "underline" und "mark" wurde auch die Farbe der Unterstreichung/Markierung kodiert, sofern sie nicht der der Tinte entsprach. Das @ rend -Attribut kann hier zusätzlich die Werte "color(#FA5858)" für rot oder "color(#CCCCCC)" für grau annehmen. Zudem wurde das @ n -Attribut mit einem numerischen Wert hinzugefügt, sofern die Unterstreichung bzw. Markierung mehr als eine Linie aufwies. Das @ hand -Attribut wurde für die Identifizierung des Urhebers verwendet, sofern es nicht die Schreiberin war. Mögliche @ hand -Werte können sein: "archivist_hand" , "heinrichxxiv_hand" , "heinrichxxiv_hand2" , "heinrichxxiv_hand3" , "scribe_hand" , "heinrichxxix_hand" und "unknown_hand" . Sie entsprechen den @ xml:id -Werten der <handNote > -Elemente im Header eines Briefes. Da letztlich aber nie zweifelsfrei zu klären war, wer die Markierung/Unterstreichung auch tatsächlich vornahm, wurde mittels @ cert und den Werten "low" oder "high" die Gewissheit angegeben, mit der ein Urheber identifiziert wurde:
<hi rend = "underline color(#FA5858)" n= "2" hand = "#heinrichxxiv_hand" cert = "high" > seniorat </hi>
Auch konnte es vorkommen, dass Briefstellen zunächst mit einer Farbe, später mit einer anderen zusätzlich unterstrichen/markiert wurden. In diesen Fällen dokumentiert <retrace cause = "fixation" > die nachträgliche Bestätigung:
<retrace cause = "fixation" rend = "mark color(#FA5858)" hand = "#heinrichxxiv_hand" cert = "high" ><hi rend = "mark color(#CCCCCC)" hand = "#heinrichxxiv_hand3" cert = "high" > wöre, in dem &#x0305 </hi></retrace>

Deutliche horizontale Leerräume in einer Zeile wurden mit dem leeren Element <space dim = "horizontal" /> ausgezeichnet. Die Größe des Leerraumes wurde nicht angegeben. Im HTML-Layout erscheinen die horizontalen Leerräume als einfache Spatien. Vertikale Leerräume zwischen Absätzen wurden mit @ dim = "vertical dokumentiert. @ unit und @ quantity geben zudem einen Orientierungswert zum Umfang des Leeraumes an. Während @unit allein den Wert "lines" besitzen darf, kann @quantity die numerischen Werte 1-15 annehmen. Im HTML-Layout erscheint eine dem @quantity-Wert entsprechende Anzahl an leeren Zeilen:
<space dim = "vertical" unit = "lines" quantity = "1" />

Die Rekonstruktion zwar vorhandenen, aber nur unsicher lesbaren Textmaterials (dazu gehörten auch unsichere Zusammen- und Getrennt-, Groß- und Klein- oder Latein- und Kurrentschreibung) erfolgte mit < unclear > auf Zeichenebene. Das heißt, es wurden allein die betroffenen Zeichen ausgezeichnet. <unclear> erfordert zwingend die Attribute @ reason , @ cert und @ resp . Mögliche @reason-Werte können sein: "illegible" , "border" (für Seitengrenze), "incomplete" , "stained" , "faded" , "erased" , "ambiguousType" (für uneindeutige Schriftart). Mögliche @cert-Werte können sein "low" und "high" . Existierten zwei Lesemöglichkeiten, dann wurden diese hintereinander mit <unclear> kodiert und beiden das Elternelement <choice> zugewiesen. Eine der beiden Lesungen erhielt dabei eine höhere, die andere eine niedrigere Gewissheit (@ cert mit den Werten "low" und "high" ):
<choice>
<unclear reason = "illegible" cert = "high" resp = "#MP" > a </unclear>
<unclear reason = "illegible" cert = "low" resp = "#MP" > o </unclear>
</choice>
Im HTML-Layout erscheinen mit <unclear> ausgezeichnete Textteile in grünen eckigen Klammern. Bei Mouseover werden Grund und Gewissheit der unsicheren Lesung eingeblendet: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image26.png https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image27.png Handelt es sich um verlorenes Textmaterial, dass durch seinen Kontext rekonstruierbar ist, so wurden betroffene Zeichen mit < supplied > kodiert. Innerhalb dieses Elements sind zudem ebenfalls zwingend die Attribute @ reason , @ cert und @ resp erforderlich. Mögliche @reason-Werte sind "lost" , "overwritten" , "erased" , "border" und "stained" . Mögliche @cert-Werte sind auch hier "high" und "low" :
<supplied reason = "border" cert = "high" resp = "#MP" > en </supplied>
Im Thulb-Viewer erscheinen mit <supplied> ausgezeichnete Textteile in grünen eckigen Klammern. Bei Mouseover werden Grund und Gewissheit der rekonstruierten Lesung eingeblendet: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image28.png Ist das Textmaterial verloren und nicht rekonstruierbar , so wurden die entsprechenden Textteile mit dem leeren Element <gap/> ausgezeichnet. Auch hier darf das Element nicht ohne das @ reason -Attribut stehen, welches die Werte "illegible" , "lost" , "erased" , "faded" oder "incomplete" erhalten kann. Hinzu kommt die Angabe des geschätzten Umfanges des verlorenen Materials durch die Attribute @ unit und @ quantity . Während @quantity die numerischen Werte 1-5 enthalten kann, dürfen @unit die Werte "chars" , "words" , "lines" oder "pages" zugewiesen werden. Ist der Umfang des Verlustes nicht zu ermitteln, steht <gap/> nur mit @reason:
<gap reason = "illegible" unit = "chars" quantity = "2" />
Im HTML-Layout werden verlorene Textteile in Form eines grünen Doppelkreuzes in grünen eckigen Klammern ([#]) dargestellt. Ein Doppelkreuz symbolisiert dabei ein Zeichen/Buchstaben, drei Doppelkreuze symbolisieren sowohl ein Wort als auch mehr als ein Zeichen. Zwei Gruppen von drei Doppelkreuzen weisen auf das Fehlen mehrerer Wörter hin. Bei Mouseover werden weitere Informationen zum Grund und Umfang der Lücke eingeblendet: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image29.png

3.5 Anmerkungen (<note>)

Anmerkungen , sowohl in der Vorlage als auch editorische, wurden in dem Element <note> festgehalten. Anmerkungen auf der Quelle wurden in der Zeile kodiert, in der sie in der Vorlage zu finden sind. Editorische Anmerkungen fanden unmittelbar hinter dem zu kommentierenden Wort/Textbestandteil statt. Quelleneigene Anmerkungen erhielten das @ hand -Attribut mit entsprechender ID des zugehörigen <handNote> -Elements im Header, sofern sie nicht von der Schreiberin stammten. Mögliche @ hand -Werte können sein: "archivist_hand" , "heinrichxxiv_hand" , "heinrichxxiv_hand2" , "heinrichxxiv_hand3" , "scribe_hand" und "unknown_hand" . Sie entsprechen den @ xml:id -Werten der <handNote > -Elemente im Header eines Briefes. Zudem konnte das <note>-Element mit dem Attribut @ type und den Werten "argument" oder "postscript" versehen werden. Erscheinung und Lage der quelleneigenen Anmerkungen wurden mit dem @ rend und @ place -Attribut versehen. Zu den möglichen @rend-Werten vgl. den Absatz „Hervorhebungen“. Das @place-Attribut kann die Werte "margin-right" , "margin-left" , "top" , "bottom" , "top-right" , "top-left" , "bottom-right" , "bottom-left" und "inline" annehmen. Innerhalb des <note>-Textes wurden Hervorhebungen, Spalten- und Zeilenumbrüche wie im Haupttext kodiert:
<note rend = "color(#FA5858)" hand = "#heinrichxxiv_hand" place = "bottom-left" type = "argument" > Vormund &#x017F; chafft betreffend </note>
Quelleneigene Anmerkungen (<note>) unterscheiden sich von Hinzufügungen (<add>, s.u.) dadurch, dass Erstere eigenständige, in sich geschlossene, zusätzliche Informationen bieten. Hinzufügungen sind hingegen grammatikalisch und semantisch in den Fließtext passende, uneigenständige, in sich nicht geschlossene und in der Regel unmittelbar während des Schreibens erfolgte Einfügungen/Nachträge, die oft (aber nicht zwangsläufig) mit einem Platzhalter gekennzeichnet sind. Editorische Anmerkungen/Kommentare erhielten im <note>-Element das Attribut-Wert-Paar @ type = "editorial" und das Attribut @ resp mit der korrespondierenden ID der/s verantwortlichen Edierenden als Wert. Im HTML-Layout erscheinen sie als Fußnoten, die bei Mausklick darauf den Sprung auf den Fußnotentext und zurück erlauben. Bei Mouseover wird der Fußnotentext eingeblendet:
<note type = "editorial" resp = "#MP" > Der Mitvormund Heinrich VIII. Reuß-Hirschberg war am 29. Oktober 1711 gestorben. Mit seinem Tod erlosch die Linie Reuß-Hirschberg. Vgl. <bibl corresp = "#schmidt_genealogie_reuss" > Schmidt, Genealogie </bibl> , Tafel 17, Nr. 5. </note>

3.6 Hinzufügungen und Streichungen (<add>, <del>)

Hinzufügungen wurden mit dem Element <add> ausgezeichnet. Handelte es sich um eine andere Schrift als die der Schreiberin, so wurde diese mit dem @ hand -Attribut spezifiziert. Mögliche @ hand -Werte können sein: "archivist_hand" , "heinrichxxiv_hand" , "heinrichxxiv_hand2" , "heinrichxxiv_hand3" , "scribe_hand" , "heinrichxxix_hand" und "unknown_hand" . Sie entsprechen den @ xml:id -Werten der <handNote > -Elemente im Header eines Briefes. Auf die Position der Hinzufügung in der Vorlage verweist @ place . Es kann die Werte "superlinear" , "sublinear" , "inline" , "across" , "margin-left" , "margin-right" , "top" oder "bottom" besitzen. Siehe zur Unterscheidung von <add> und <note> den Absatz „Quelleneigene Anmerkungen“. Zuweilen wurden Hinzufügungen an den Seitenrändern oder über/unter der Zeile mit Platzhaltern bzw. Referenzierungszeichen versehen, die auf deren vorgesehenen Platz im Fließtext verweisen. Diese wurden mit dem leeren Element <metamark function = "insert" /> innerhalb von <add> kodiert. Die Hinzufügungen wurden an der durch die Schreiberin zugewiesenen Stelle ausgezeichnet und sie erscheinen auch in der HTML-Ansicht an diesem Platz. Das Einweisungszeichen wird zwar im XML-Code mit dem @ rend -Attribut möglichst vorlagengetreu festgehalten, sofern Unicode ein entsprechendes Zeichen bereitstellte. Im Layout ist auf eine Wiedergabe dieses Zeichens jedoch verzichtet worden. Der Hinzufügungstext wurde genauso kodiert wie der übrige Text. Das bedeutet, dass auch die Zeilenumbrüche dokumentiert wurden, die in der HTML-Ansicht allerdings ausgeblendet werden. Hinzufügungen werden im HTML-Modus durch eine gelb-punktierte Unterstreichung angezeigt und blenden bei Mouseover Informationen zu ihrem originären Ort innerhalb der Vorlage ein:
<add place = "margin-left" ><metamark function = "insert" rend = "&#x02E3 ; " /> Zu hir &#x017F; chberg </add>
https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image30.png In einigen Fällen konnten Einfügungen nicht kodiert werden, da der Unicode-Zeichensatz kein adäquates Einweisungszeichen vorsieht, wie bspw. hier: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image31.png Streichungen innerhalb der Vorlage wurden mit <del> umschlossen. Eine nähere Spezifizierung der Streichung erfolgte mit dem @ rend -Attribut. Zulässige Werte sind "strikethrough" , "overwritten" und "erasure" . Die Auszeichnung der Streichungen erfolgte zeichengenau. Das heißt, dass nur die Teile eines Wortes als Streichung kodiert wurden, die in der Vorlage einwandfrei als solche zu erkennen waren, auch wenn das gesamte Wort als gestrichen intendiert gewesen sein dürfte. Konnte die Streichung nicht mehr identifiziert werden, so wurde sie entweder mit <gap/> oder <unclear> innerhalb des <del>-Elements ausgezeichnet. Im Layout wird der Wert " strikethrough " mit einer horizontalen Linie mittig der betreffenden Textteile dargestellt, während die mit dem Wert " erasure " kodierten Befunde in hellgrauer Farbe präsentiert werden. Zusätzlich erscheint bei Mouseover der editorische Hinweis „Gelöscht“. Wurden gelöschte Buchstaben nachträglich zusätzlich überschrieben, so wurde lediglich die zeitlich erste Streichung, sprich " erasure " als Wert verwendet. Durch die zwangsläufig nachfolgende Kodierung des Überschriebenen mit <add place = "across" > (s.u.) wird die Überschreibung ( "overwritten") ohnehin impliziert:
<del rend = "strikethrough" > abe </del> r
<del rend = "strikethrough" ><unclear reason = "illegible" cert = "low" resp = "#MP" > &#x017F; ind u </unclear></del>
Streichungen mit anschließender Ersetzung , die als zusammengehörende Einheit betrachtet werden konnten, sprich wenn erkennbar war, dass eine deutlich abgrenzbare Streichung durch eine deutlich abgrenzbare Hinzufügung ersetzt wurde, so wurden die verwendeten Elemente <add> und <del> innerhalb von <subst> verschachtelt. Im HTML-Layout werden Überschreibungen mit einer roten gepunkteten Unterstreichung angezeigt. Bei Mouseover wird die überschriebene Textebene eingeblendet. Auch hier ist zu betonen, dass <subst> lediglich die Zeichen umfasst, die eindeutig als Löschung und ersetzende Hinzufügung erkannt werden konnten. Alle anderen Zeichen stehen außerhalb von <subst>. Hier konnten weitere Kodierungen erfolgen bspw. <del rend = "erasure" > , sofern die Streichung noch über die Ersetzung hinausreicht. Verzichtet wurde auf eine gesonderte Kodierung des zeitlichen Auftretens der Änderungen beim Schreiben mittels des @ instant -Attributs üblicherweise mit den Werten "true" oder "false" , da die mit <subst> erfassten Änderungen in den Erdmuthebriefen immer unverzüglich (also @instant= " true " ) erfolgten und keine späteren Änderungen am Wortlaut des Textes (bspw. durch andere Schreibhände) erkennbar sind. Das Element <subst> wurde hingegen nicht verwendet, wenn eine Hinzufügung wiederum gelöscht wurde. In diesem Fall wurde <add> innerhalb von <del> verschachtelt. Der zeitlich zuletzt getätigte Redaktionsschritt entspricht so dem jeweils äußersten Elternelement. In den Fällen, in denen mehrere Änderungen an einer Stelle durchgeführt wurden, ohne dass die Befunde ineinander geschachtelt werden konnten bzw. eine Schachtelung der obigen Regel widersprach, war mit dem Attribut @ seq und den Werten "1" , "2" und "3" innerhalb der <add>- und <del>-Elemente die zeitliche Reihenfolge der Änderungen anzugeben:
<subst>
<del rend = "erasure" > &#x017F; ich </del>
<add place = "across" > d </add>
</subst> och
Korrekturen der Schreiberin im Sinne von Überschreibungen einzelner Buchstaben mit identischen Buchstaben mit der Absicht der Erhöhung der Lesbarkeit sind nicht kodiert worden. Sie können in einer späteren Phase bspw. mit <retrace cause= " clarification " > dokumentiert werden.

3.7 Editorische Korrekturen und Regularisierungen (<orig>, <reg>)

Einem diplomatischen Transkriptionsideal entsprechend wurden keinerlei editorische Korrekturen/Emendationen vorgenommen, da zur Entstehungszeit der Briefe noch keine verbindlichen Rechtschreibregeln existierten und sich auch zunächst als Schreibversehen interpretierte Befunde häufig als offenbar planmäßige zumindest aber regelhaftig auftretende Schreibweisen der Verfasserin entpuppten. Beispielsweise schreibt sie überwiegend „meinug“ statt meinung oder „erfodern“ statt erfordern. Diese Befunde wurden lediglich mit dem Element <sic> gekennzeichnet, um anzuzeigen, dass es sich hierbei nicht um Transkriptionsfehler handelt. Im HMTL-Layout werden diese aber nicht gesondert dargestellt. Auch Satzzeichen und der im Fließtext zwar inhaltlich nicht jedoch chirographisch markierte Beginn neuer Absätze wurden unkorrigiert belassen. Regularisierungen/Normalisierungen fanden allein unter dem Prinzip der Verbesserung der maschinellen Suchbarkeit einzelner Wörter statt. Das heißt, dass getrennt geschriebene Wörter lediglich zusammengezogen wurden, ohne diese aber nach moderner Orthographie und Grammatik zu normalisieren. Lediglich das Abbruchzeichen am Ende eines Wortes (&#x02F7;) wurde aufgelöst, da hier verschiedene Buchstaben in Betracht kommen konnten. Diese vorgenommene minimalistische Regularisierung ist der Eigenheit der Schreiberin geschuldet, einzelne Silben (insbesondere Präfixe) vom Rest des Wortes abzutrennen (vgl. das Kapitel Transkriptionsrichtlinien). Das Wort ist damit zwar für den Leser rekonstruierbar, für die Suchmaschine aber entsteht durch das Leerzeichen ein nur schwer überbrückbares Hindernis bei der Identifizierung als zusammengehörendes Wort. Sowohl der Originalbefund als auch die Regularisierung wurden stets getrennt dokumentiert durch die Verwendung der Elemente <choice> , <orig> und <reg> . Das <reg>-Element enthält das Attribut @ resp mit der entsprechenden ID der/s verantwortlichen Edierenden dieser Stelle . In der HTML-Darstellung erscheint zunächst die vorlagengetreue Schreibweise, die mit einer grün gepunkteten Linie anzeigt, dass eine regularisierte Variante verfügbar ist, die bei Mouseover eingeblendet wird. Die Regularisierungen wurden grundsätzlich auf Wortebene vorgenommen und können sich daher nicht auf einzelne Buchstaben beziehen. Das <choice>-Element geht aber nicht über den Zeilen- oder Seitenrand hinaus. Betrifft die Regularisierung ein am Seiten- oder Zeilenrand getrenntes Wort, wurde allein der Wortteil in <choice> gesetzt, der auch tatsächlich regularisiert wurde: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image32.png
<choice>
<orig> nach tricklich </orig>
<reg resp = "#MP" > nachtricklich </reg>
</choice>
Eine tiefergehende orthographische Normalisierung der Texte ist für eine spätere Phase der Edition vorgesehen. Derzeit kann sie testweise beispielsweise mit dem Webservice CAB des Deutschen Textarchivs vorgenommen werden, wenngleich die sehr spezielle Orthographie der Schreiberin auch diese Software an ihre Grenzen bringt: (CAB-Webservice: http://www.deutschestextarchiv.de/demo/cab/ CAB-Dokumentation: http://odo.dwds.de/~moocow/software/DTA-CAB/ )

3.8 Abkürzungen (<abbr>, <expan>)

Abkürzungen wurden mit den Elementen <choice> , <abbr> und <expan > ausgezeichnet und bei jeder Nennung aufgelöst, mit Ausnahme des bekannten Postscript-Kürzels „ps“/“p.s.“, das lediglich mit <abbr> markiert wurde. Das <expan>-Element enthält das Attribut @ resp mit der ID der/s verantwortlichen Edierenden der Auflösung . Konnte eine Abkürzung nicht aufgelöst werden, so wurde nur das Element <abbr> gesetzt. Auflösungen wurden in originalgetreuer Rechtschreibung aufgelöst, es sei denn diese war nicht rekonstruierbar oder es handelte sich um Währungs- oder Gewichtseinheiten. Im Layout werden Abkürzungen durch eine blau gepunktete Unterstreichung angezeigt. Bei Mouseover wird die aufgelöste Variante eingeblendet: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image33.png https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image34.png
<signed>
<choice><abbr> E </abbr><expan resp = "#MP" > Erdmuthe </expan></choice>
<choice><abbr> B </abbr><expan resp = "#MP" > Benigna </expan></choice>
<choice><abbr> R </abbr><expan resp = "#MP" > Reuß </expan></choice>
<choice><abbr> Grf </abbr><expan resp = "#MP" > Gräfin </expan></choice>
<choice><abbr> V </abbr><expan resp = "#MP" > Von </expan></choice>
<choice><abbr> P </abbr><expan resp = "#MP" > Plauen </expan></choice>
</signed>

3.9 Entitäten (<persName>, <placeName>, <orgName>, <rs>)

Personen wurden im Falle direkter Namensnennung mit dem Element <persName> , im Falle indirekter mit <rs type = "person" > ausgezeichnet. Dem Attribut @ ref wurde der Link zum Personeneintrag in der Gemeinsamen Normendatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) als Wert zugewiesen, sofern ein Eintrag vorhanden war. Im Layout lässt sich so mittels Mausklick auf den Personennamen direkt zum GND-Eintrag springen. Der Wert des @ corresp -Attributs wiederum referenziert auf die ID des zur Person gehörigen Eintrags im Personenregister. In der HTML-Ansicht erscheint vor den Personen ein Silhouetten-Zeichen ( &#x1f464; ) zur schnelleren Sichtbarkeit der im Text genannten Personen. Bis auf Adressat/in und Schreiber/in wurden Personen bei jeder Nennung ausgezeichnet. Der/die Adressierte wurde lediglich beim ersten Ansprechen in der eröffnenden Grußzeile kodiert, der/die Schreibende lediglich bei der Unterschrift. Ausnahmen bildeten auch die indirekten Nennungen, sofern es sich um häufig hintereinander auftauchende Personalpronomen handelte. Nur wenn eine Person auf einer Seite genannt und auf der nachfolgenden erneut angesprochen wurde, so wurde sie auch auf der neuen Seite ausgezeichnet. Gruppen von Personen, die in der Regel sehr unbestimmt waren, wurden nicht kodiert :
<persName ref = "http://d-nb.info/gnd/116238763" corresp = "#ulrich_bogislaus_bonin" resp = "#MP" > bonin </persName>
Direkte Nennungen von Orten (vereinzelt auch von Ländern, Landschaften, Wäldern und Bergwerken) wurden mit dem Element <placeName> kodiert, indirekte mit <rs type = "place" > . Dem Attribut @ ref wurde der Permalink zum entsprechenden Eintrag in der Datenbank des Geoinformationservices GeoNames ( http://geonames.org ) zugewiesen, sofern dieser vorhanden war. Im Layout lässt sich so mittels Mausklick auf den Ortsnamen direkt zum GeoNames-Eintrag springen. Der Wert des @ corresp -Attributs wiederum referenziert auf die ID des zugehörigen Eintrags im geografischen Register. In der HMTL-Darstellung erscheint vor den Ortsangaben ein stilisierter Globus ( &#x1f30d; ) zur schnelleren Sichtbarkeit der im Text genannten Orte. Ortsnamen wurden auch dann als indirekte Nennung ausgezeichnet, wenn sie als Teil eines anderen Wortes oder auch einer anderen Wortart auftauchten, z.B. adjektivisch: „Hirschberger Protocoll“. Wurden Ortsnamen in Metonymien verwendet (bspw. „die schletzer“ als stellvertretende Bezeichnung für die Schleizer Herrschaft) oder als Bestandteil von Gruppenbezeichnungen (z.B. „die kestritzer“) so wurden diese ebenfalls mit <rs type = "place" > kodiert:
<rs type = "place" ref = "http://www.geonames.org/2876721/bad-lobenstein.html" corresp = "#lobenstein" resp = "#MP" cert = "high" > drinen </rs>
Organisationen und Institutionen wurden im Falle direkter Namensnennung mit dem Element <orgName> , im Falle indirekter mit <rs type = "organisation" > ausgezeichnet. Dem Attribut @ ref wurde der Link zum Personeneintrag in der GND zugewiesen, sofern ein Eintrag vorhanden war. Im HMTL-Modus lässt sich so mittels Mausklick auf den Namen direkt zum GND-Eintrag springen. Der Wert des @ corresp -Attributs referenziert auf die ID des zur Organisation gehörenden Eintrags im Organisationenregister. Im Layout erscheint vor den Organisationsangaben ein stilisiertes Gebäude-Zeichen ( &#x1f3db; ) zur schnelleren Sichtbarkeit der im Text genannten Organisationen:
<orgName corresp = "#gem_konsistorium_gera" resp = "#MP" > Consistorium </orgName>
Sowohl Personen, Orte als auch Organisationen enthalten zudem ein @ resp -Attribut mit dem der verantwortliche Editor dieser Identifizierung benannt wird. Sie können ferner das Attribut @ cert enthalten, wenn die Identifizierung ein Maß an Unsicherheit zulässt. Diese Unsicherheit wird mit den Werten "low" und "high" für geringe bzw. hohe Gewissheit angegeben.

3.10 Datums- und Zeitangaben (<date>, <time>)

Datumsangaben wurden mit <date> kodiert. Handelte es sich um briefspezifische Datumsangaben wurden diese mit @ type und den Werten "sent" , "received" oder "responded" dokumentiert. Die Datumsangabe an sich wurde mit folgenden zulässigen Attributen festgehalten: @ when , @ notBefore , @ notAfter , @ from , @ to oder @ period . Die Werte dieser Attribute ensprechen zwingend dem ISO-Standard für Datumsformate und Zeitangaben 8601 und wurden im Format „yy:mm:dd“ angegeben. War keine ISO-konforme Eingabe möglich, so wurde auf ein spezifizierendes Attribut verzichtet. Fehlende Jahresangaben wurden mit „ - “ ersetzt (z.B. <date when = "--12-21" > für den 21. Dezember eines ungenannten Jahres), fehlende Tage oder Monate hingegen weggelassen (z.B. <date when = "1716-12" > für Dezember 1712 ). Zeitangaben wurden mit dem Element <time > und denselben Attributen des <date>-Elements kodiert. Die Werte entsprechen dabei zwingend dem Format „hh:mm:ss“:
<time when = "23:00:00" > abend umb 11 uhr </time>

3.11 Zitate und bibliographische Angaben (<quote>, <bibl>)

Zitate ohne Nennung des Urhebers wurde mittels alleinigem <quote> - Element ausgezeichnet. Wurde der Urheber genannt, so wurde dieser in einem <bibl> -E lement festgehalten und sowohl <bibl> als auch <quote> mit <cit> umschlossen. Die Reihenfolge der Elemente <bibl> und <quote> entspricht dabei der Vorlage. Das <bibl>-Element beinhaltet das @ corresp -Attribut, dessen Wert einer ID der Einträge des Personenregisters entspricht:
<cit><bibl corresp = "#heinrichxi_schleiz" > .er. </bibl><quote> der wird unß ietzt in der <lb/> iüngern <choice><orig> line </orig><reg resp = "#MP" > Linie </reg></choice> braf scheren </quote></cit>
Wurde der Urheber ermittelt, so wurde dieser nicht in <bibl> sondern innerhalb eines editorischen Kommentars ( <note type = "editorial" > ) unmittelbar nach <quote> genannt. Weitere bibliographische Angaben können in den editorischen Fußnoten auftreten. Sie wurden ebenfalls mit <bibl > umschlossen. Im @corresp-Attribut wird auf die ID des entsprechenden Eintrages in der Bibliographie referenziert. Die verwendeten Kurztitel der bibliographischen Angaben werden in @corresp grob und in der Bibliographie vollständig aufgelöst:
<bibl corresp = "#deutsches_woerterbuch_grimm" > DWb </bibl>

3.12 Verlinkungen (<ref>)

Verlinkungen zu externen Online-Ressourcen und Bestandteilen der Edition (Briefe und andere Dokumente) erfolgten mit <ref target = "[...]" > . @ target beinhaltet stets einen absoluten Link. In der HTML-Darstellung werden bereits besuchte Links mit lilafarbener, aktive mit gelber Schrift angezeigt:
<ref target = " http://nbn-resolving.de/urn/resolver.pl?urn=urn:nbn:de:urmel-a293eb24-cef7-41d3-b30c-4fda02c8d72e0 " > Brief Erdmuthes vom 18.-20. März 1714 </ref>
Da zur Darstellung der Transkriptionen im ThULB-Viewer jeder Briefseite eine eigene Image- sowie XML-Datei mit jeweils eigener URL bzw. URN zugeordnet ist, werden auch Sprünge innerhalb eines Briefes auf diese Weise umgesetzt und nicht etwa mit @target, @xml:id und <anchor>.

3.13 Siegel (<figure>)

Siegel wurden mit dem Tag <figure type = "seal" > ausgezeichnet. Mit @ place wurde die Position des Siegels auf dem Brief angegeben. Siegel, die durch deren Brechung mehrere Teile umfassen, wurden wie unterbrochene Textpassagen mit @ xml:id , @ next , @ prev kodiert (s.u.). Im HTML-Layout werden die Siegel an ihrer ungefähren Stelle mit dem Unicodezeichen ( &#x24C8; ) präsentiert :
<figure type = "seal" place = "margin-right" xml:id = "siegel_teil1" next = "#siegel_teil2" />
<figure type = "seal" place = "margin-left" xml:id = "siegel_teil2" prev = "#siegel_teil1" />

3.14 Briefspezifika (<opener>, <closer>, <dateline>, <salute>, <signed>, <postscript>)

Spezifische TEI-Elemente für Briefe sind <opener> und <closer> . Im <opener>-Element wurden die einen Brief einleitenden Bestandteile wie Anrede ( <salute> ), Ort und Datum ( <dateline> ) festgehalten. Die Reihenfolge der Elemente innerhalb von <opener> orientiert sich an der Vorlage. Fehlten im Brief sowohl Ort als auch Datum, so wurde kein <dateline>-Element vergeben. Konnten die fehlenden Angaben ermittelt werden, so wurden diese innerhalb des <closer>-Elements, ggf. sogar innerhalb von <dateline> mit einem editorischen Kommentar ( <note type = "editorial" > ) geliefert:
<opener>
<dateline> Eber &#x017F; torf d 7 februari 1713 </dateline><lb/>
<salute>a ller lieb &#x017F; ter H vetter </salute>
</opener>
Zuweilen notierte der Adressat im Briefkopf Datum und Ort des Empfangs der Briefe: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image35.png Diese Angaben wurden in Form einer quelleneigenen Anmerkung (<note>, s.o.) außerhalb von <opener> festgehalten. Das <closer>-Element wiederum umfasst die einen Brief abschließenden charakteristischen Angaben wie Grußformel ( <salute> ), Unterschrift/Signatur der absendenden Person ( <signed> ) und konnte ebenfalls Ort und Datum (<dateline>) enthalten. Die Reihenfolge der Elemente innerhalb von <closer> orientiert sich an der Vorlage.
<closer>
<salute> nuhn ich bleibe <lb/>
biß inß grab Erl auf richtiche von hertzen <lb/>
treüe baß und dinerin </salute><lb/>
<signed> Erdmuthe </signed>
<closer>
Wurden Briefe über mehrere Tage hinweg verfasst und erscheinen dementsprechend mehrere Datums- und ggf. auch Ortsangaben, so wurde diese <dateline> innerhalb ein neuen <div type="letter">-Tag mit dem Attribut @n="[Zahl]" und einem separaten <opener> bzw. <closer>-Element kodiert. Da die TEI den Elementen <closer>, <salute> oder <signed> sehr deutliche Verwendungsrestriktionen auferlegt hat, die dem historischen Textmaterial nicht immer gerecht wurden (bspw. untersagte Verwendung innerhalb von <note>), musste in einigen Fällen ersatzweise auf das Element <seg> mit dem Attribut @ type und den Werten "closer" , "salute" und "signed" ausgewichen werden:
<seg type = "closer" >
<seg type = "salute" > meine libe lorelkiß ich und <lb/>
bleibe ihre im &#x0305; er treüe aufrichtiche </seg>
<seg type = "signed" > Erdmuhte </seg>
</seg>
In vielen Briefen folgte nach Grußformel und Unterschrift ein Postscript . Dieses wurde mit dem Element <postscript> kodiert. Die Abkürzung „ps“ erhielt dabei innerhalb von <postscript> das <label> -Element, der Postscripttext wiederum wurde in <p> gesetzt:
<postscript>
<label><abbr> ps </abbr></label><lb/>
<p> von allen an weßenden <lb/>
an alle liebe ke &#x017F; tritzi &#x017F; chen <lb/>
einen herzlichen din &#x017F; tlichen gruß </p>
</postscript>
Die TEI erlaubt das <postscript>-Element lediglich in unmittelbarer Folge auf <closer>. Das Postscript ist in den Briefen Erdmuthe Benignas zuweilen aber am Rand vorheriger Seiten oder des Briefumschlages niedergeschrieben worden. Da alle Textbefunde möglichst an ihrer originären Stelle kodiert wurden, musste in diesen Fällen auf ein anderes Element zurückgegriffen werden. Das Element <seg> erlaubt kein @place, um die Position am Seitenrand anzugeben, weshalb es nicht verwendet werden konnte. <milestone> schied als leeres Element aus. Da die Postscripts in den beschriebenen Fällen ausschließlich als Marginalien erscheinen, wurde sich für die Kodierung als Anmerkung mittels <note type = "postscript" > entschieden, das das Attribut @ place enthalten kann:
<note type = "postscript" rend = "vertical" place = "margin-left" > meine liebe lorel griß und kiß ich 1000 mahl <lb/>
herzlich
</note>
Briefumschläge wurden markiert mit <div type = "envelope" > . Die Adressangabe wurde innerhalb von <address> festgehalten, deren einzelne Adressbestandteile (in diesem Fall Name und Ort) mit <addrLine> umschlossen wurden. Im HTML erscheint das Adressfeld in einem gepunkteten Rahmen. Die auf dem Umschlag auftretenden Siegel wurden mit <figure type = "seal" > dokumentiert (s.o.):
<div type = "envelope" >
<figure type = "seal" place = "top" />
<p hand = "#scribe_hand" >
<address xml:lang = "fre" rend = "latin" >
<addrLine> A Monsieur <lb/>
Monsieur le Comte <lb/>
Henry XXIV. Reu &#x017F; s <lb/>
Comte et Seigneur de <lb/>
Plaue p </addrLine><lb/>
<addrLine> &#x00E0; <lb/>
Gera </addrLine>
</address>
</p>
</div>
Mitunter wurden Adressatenname und -ort in der Vorlage mit einer diagonalen Linie voneinander getrennt. Diese wurde mit <milestone unit = "section" rend = "diagonal-rule" /> kodiert und im HTML-Layout mit einem einfachen Slash ( &#x29F8; ) wiedergegeben.

3.15 Zusammenhalten von Textbestandteilen und Textseiten (@xml:id, @

Eigentlich zusammenhängende Textbestandteile , die bspw. aufgrund der Einhaltung der XML-Hierarchiegrenzen oder aufgrund von Seitenumbrüchen in separaten Tags kodiert werden mussten, wurden anschließend mit @ xml:id , @ next und @ prev wieder aufeinander bezogen. Mit denselben Attributen wurden auch geteilte Siegel miteinander verbunden (s.o.):
<p><hi rend = "mark" hand = "archivist_hand1" xml:id = "markierung_teil1" next = "#markierung_teil2" > auf, Spintlern, mindlich auch mehr </hi></p>
<p><hi rend = "mark" hand = "archivist_hand1" xml:id = "markierung_teil2" prev = "#markierung_teil1" > Erl laßen sich zu gera noch nichts merken daß wir di &#x02F7; <lb/>
acten ver schikt haben < hi></p>

<placeName ref = http://www.geonames.org/2811899/weissenfels.html corresp = "#weissenfels" resp = "#MP" xml:id = "weissenfels_teil1" next = "#weissenfels_teil2" > weißen- <placeName><lb/>
<pb facs = "PK16_83_0004.tif" n = "84v" />
<placeName ref = "http://www.geonames.org/2811899/weissenfels.html" corresp = "#weissenfels" resp = "#MP" xml:id = "weissenfels_teil2" prev = "#weissenfels_teil1" > fels </placeName>
Wollte die Schreiberin mit dem Einsatz von Referenzierungszeichen gewährleisten, dass zwei Seiten in ihrer Reihenfolge zusammengehalten werden, so wurde dieses Phänomen mit <metamark> ausgezeichnet. Das @ function -Attribut erhielt dabei den Wert "connect" und das Zeichen selbst wurde (sofern mit Unicode darstellbar) im @ rend -Attribut festgehalten. Mit @xml:id und @target wurden beide Seiten aufeinander bezogen. Im HTML-Layout wurde auf eine Darstellung des Zeichens verzichtet und stattdessen der ihm intendierte Zweck umgesetzt:
<metamark function = "connect" rend = "&#x002B;" target = "#X5_PK16_56_8" />
<metamark function = "connect" rend = "&#x002B;" xml:id = "X5_PK16_56_8" />
In einem Fall musste <metamark function = "connect" > mit dem leeren Element <addSpan/> kombiniert werden, um sich überlappende Elementgrenzen zu verhindern.

3.16 Weiteres (<foreign>, <seg>, <metamark>, @cert, @resp)

Fremdsprachliches Material wurde mit dem Attribut @ xml:lang als solches ausgewiesen. Die möglichen Werte entsprechen dem ISO-Standard 639-3 und umfassen in der vorliegenden Edition die Werte "lat", "fre", "grc" und "ita" . Wenn kein anderes strukturierendes Element vorhanden war, das dieses Attribut aufnehmen konnte (wie bspw. <hi> ), so wurde das betreffende Textmaterial mit dem Element <foreign> kodiert. Zu betonen ist, dass nur rein fremdsprachliche Wörter/Textpassagen ausgezeichnet wurden und keine entlehnten und eingedeutschten:
<foreign xml:lang = "lat" > Illustrissime </foreign>
Handwechel , die nicht in einem bereits vorhandenen strukturierenden Element kodiert werden konnten (z.B. <note> ), weil sich beispielsweise lediglich das Schreibmedium von Farbstift zu Bleistift änderte, wurden mit <seg @hand = "[...]" > festgehalten. Das Element <handShift> schied aufgrund zu starker Verwendungseinschränkungen aus. Die Werte von @hand entsprechen den IDs der Einträge der <handNote> im Header. Auch hier konnte zudem das Element @ cert Verwendung finden, um den Grad an Gewissheit der Identifizierung der schreibenden Hand anzugeben. Wechsel innerhalb eines Schreibmediums bei gleicher Hand (z.B. unterschiedliche Tinte) wurden nicht dokumentiert:
<seg hand = "#heinrichxxiv_hand2" cert = "high" > Ebersdorff den 12 apprill <lb/> 1722 </seg>
Bei Aufzählungen konnte es vorkommen, dass die Schreiberin diese mit einer Markierung versah. Diese wurde mit <metamark function = "flag" /> festgehalten: https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image36.png Auftretende horizontale Linien zum Abtrennen von Textbestandteilen wurden mit <milestone unit = "section" rend = "horizontal-rule" /> dokumentiert. Im HTML-Layout werden sie mit fünf aufeinanderfolgenden horizontalen Linien ( &#x23AF; ) wiedergegeben. https://archive.thulb.uni-jena.de/collections/servlets/MCRFileNodeServlet/HisBest_derivate_00023665/media/image37.png Unsicherheit/Vagheit der Transkription, bei Datierungen oder der Identifizierung von Entitäten wurde stets mit dem Attribut @ cert ausgedrückt. Die Werte "high" und "low" geben den Grad an Gewissheit an, mit der die Entscheidung getroffen wurde. Eine besondere Herausforderung bei der Transkription und Auszeichnung der Briefe war das Erkennen lateinischer Schrift . Zum einen sind lateinische und kurrente Buchstaben im frühen 18. Jahrhundert nicht immer eindeutig voneinander zu unterscheiden. Zum anderen wechselt die Schreiberin zuweilen auch innerhalb eines Wortes unverkennbar die Schriftart, eventuell auch nur versehentlich. Betroffen sind vor allem die Buchstaben „tz“ und „v“. Da eine Transkription, die einer möglichen Intention der Schreiberin folgt, nicht in Frage kam, wurden nur jene Buchstaben als lateinische kodiert, die zweifelsfrei als solche identifiziert werden konnten. Bei Zweifeln wurde das Element <unclear> mit dem Attribut-Wert-Paar @ reason = "ambiguousType" verwendet. Ein @ resp -Attribut trägt als Wert die entsprechende ID der/s verantwortlichen Edierenden dieser Stelle. Die mit <unclear reason = "ambiguousType" > ausgezeichneten Befunde werden im HTML-Layout mit grünen eckigen Klammern umgeben und bei Mouseover als „uneindeutige Schriftart“ ausgewiesen. Einzelne editorische Entscheidungen und Verantwortlichkeiten lassen sich in XML personalisieren, sprich gezielt den verschiedenen Edierenden zuordnen. Dies ist in der vorliegenden Edition mit dem @ resp -Attribut vorgenommen worden. Es betrifft insbesondere die Transkription schwer lesbarer Stellen, editorische Kommentare, Auflösung von Abkürzungen und Identifizierung von Entitäten (Personen, Orte und Organisationen). Der @resp-Wert referenziert dabei auf die im Header unter titleStmt/respStmt vergebene xml:id der Edierenden.

3.17 Verwendete Sonderzeichen (Unicode)

Generell wurde angestrebt, alle in den Texten auftretenden Sonderzeichen mit äquivalenten Zeichen des Unicode-Standards wiederzugeben. Es wird daher empfohlen, zur korrekten Anzeige der Transkriptionen, den Junicode-Font im Web-Browser zu installieren. Die in den Transkriptionen verwendeten Sonderzeichen samt HTML-Hexadezimalangabe sind folgende:
Bezeichnung
HTML-Darstellung
Hexadezimalcode
a mit accent grave
à
&#x00E0;
Abbruchzeichen
˷
&#x02F7;
Accent
´
&#x0301;
ae-Ligatur
æ
&#x00E6;
Diagonale Linie
/
&#x29F8;
Dreieck als Einweisungs-/Referenzzeichen
Δ
&#x0394;
e mit Accent aigu
é
&#x00E9;
e mit Trema
ë
&#x00EB;
F-ähnliches Einweisungs-/ Referenzzeichen
&#x2552;
Florentiner Gulden
&#xFB02;
Geminationsstrich
̅
&#x0305;
Hatschek/Caron als Einweisungszeichen
ˇ
&#x02C7
Hochgestelltes Kreuzzeichen als Einweisungs-/Referenzzeichen
ˣ
&#x02E3;
Hochgestelltes Pluszeichen als Einweisungs-/Referenzzeichen
&#x207A;
Horizontale Linie
&#x23AF;
Kreis als Einweisungs-/Referenzzeichen
&#x2B55;
Lang-s
ſ
&#x017F;
Lateinischer Buchstabe „X“, groß
X
&#x0058;
Mittlerer Punkt
·
&#x00B7;
Pluszeichen als Einweisungs-/Referenzzeichen
+
&#x002B;
Quadrat als Einweisungs-/Referenzzeichen
&#x2B1C;
Siegelplatzhalter
&#x24C8;
Silbentrennstrich, schräg
&#x2E17;
Suspensionsschleife (l-ähnlich)
&#x2113;
Trema
̈
&#x0308;
y mit Trema
ÿ
&#x00FF;
Silbentrennstriche sind in den Briefen Erdmuthe Benignas sehr selten. Zuweilen nutzt sie schräge doppelte Bindestriche, die mit &#x2E17; kodiert wurden. Bruchzeichen wurden nicht mit dem Unicode-Zeichensatz wiedergegeben sondern mit einem einfachen Slash, da in Zähler und Nenner weitere Kodierungen notwendig werden konnten.
<subst><del rend = "overwritten" > 3 </del><add place = "across" > 2 </add></subst> /3
Zwischen den verschiedenen Tremaerscheinungen über „a“, „u“, „o“ und „y“ (Punkte, vertikale Striche, Zirkumflex) wurde nicht unterschieden, sondern alle als doppelte Punkte transkribiert.