Spätmittelalterlicher brauner Lederband mit Streicheisenlinien (Rechteck mit Streifenrahmen; auf dem Vorderdeckel im Mittelfeld Kleinrautenmuster, auf dem Rückdeckel Mittelfeld durch Raute und Diagonalen geteilt) und Einzelstempeln über Holz. - Auf dem Vorder- und Rückdeckel jeweils fünf Rundbeschläge; eine von zwei Schließen erhalten. - Beide Spiegel Doppelblätter aus einer zweispaltigen Pergamenthandschrift (14. Jh.) mit PETER VON ASPELT: STATUTA CONCILII MOGUNTINI (1310); Reihenfolge vom Druck in Mansi 25, Sp. 297 – 350 abweichend; nachweisbar: vorderer Spiegel: Sp. 335B – 336B; 320E, 347E – 348A, 317C–D; hinterer Spiegel: Sp. 313C – 314A; 331A. - In der letzten Lage Pergamentfalz mit Notariatssignet (15. Jh.): Ja S de Bruwyhe [?]. - In die Hs. eingelegt kleiner Papierstreifen (15. Jh.), beidseitig von verschiedenen Händen beschrieben; vorne: Tertia feria ante [?] vigil. Alberti Forw<...> faren. ceterum parentem <...>; hinten: Dominica proxima post eg<...> et dominum nostrum dominum Sixtum <...>.
Teil II der Handschrift möglicherweise in Thüringen entstanden; vgl. 180r–v die Urkundenabschriften von 1455 und 1458 aus Orlamünde. - Teil I der Handschrift möglicherweise in der Stadt oder Region Mainz entstanden (Wz. Ochsenkopf Piccard XII 660 auch in der wahrscheinlich nach Mainz zu lokalisierenden Handschrift Gießen UB Hs 796). -Im Vorderdeckel Besitz- und Kaufvermerk (15. Jh.): Magister Johannes Hoenshem dicit me esse suum satis duro pretio; ein Johannes Hoensheym de Berka ist 1447 in Erfurt immatrikuliert; vgl. Weissenborn 1, S. 211 Z. 3.
Möglicherweise nicht aus dem Besitz von Johann Andreas Bose, da nicht verzeichnet in seinen eigenhändigen Bibliothekskatalogen von 1652 ff., 1661 und 1674. Erst im Jenaer Katalog Jena ThULB, Bibliotheksarchiv, AC II 0, 9r (1702 – 1704; vgl. Tönnies S. 12–13, 29) unter den Bosiana genannt.